Bloom Energy treibt sein Wachstum bei Rechenzentren weiter voran: Der südkoreanische Elektrokonzern LS Electric hat einen Auftrag über 34,26 Millionen Dollar erhalten, um Stromverteilsysteme für ein Hyperscale-Rechenzentrum von Bloom Energy in Wyoming zu liefern. Der Vertrag wurde am gestrigen Dienstag geschlossen, die Lieferung der Niederspannungsschaltanlagen ist für Januar bis Juni 2027 vorgesehen.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Meldungen ein, die Bloom Energys Rolle als Zulieferer für die boomende KI-Infrastruktur unterstreichen. LS Electric selbst meldete für das zweite Quartal einen Rekordumsatz von 1,577 Billionen Won sowie einen operativen Gewinn von 178,5 Milliarden Won, wobei der Nordamerika-Umsatz auf rund 400 Milliarden Won kam.
Der Auftragsbestand des Unternehmens liegt bei über 7 Billionen Won – ein Beleg dafür, dass die Nachfrage nach Energieinfrastruktur für Datenzentren branchenweit anhält.
KI-Boom als Rückenwind
Der Auftrag fällt in eine Phase, in der Anleger die gesamte Wertschöpfungskette rund um KI-Rechenzentren neu bewerten. Der Cloud-Anbieter Anthropic hatte für das zweite Quartal einen Umsatzsprung auf über 11,5 Milliarden Dollar gemeldet – das 14-Fache des Vorjahreswerts.
Auch Nvidia sorgte für Schlagzeilen: Der Chip-Konzern stellt bis zu 105 Milliarden Dollar als Absicherung für ein neues, von OpenAI geplantes Rechenzentrum in Ohio bereit, das eine Kapazität von bis zu 8 Gigawatt erreichen soll.
Solche Ankündigungen befeuern die Erwartung, dass Betreiber von Rechenzentren zunehmend auf alternative Stromquellen wie Bloom Energys Brennstoffzellen setzen müssen, um den steigenden Energiebedarf zu decken.
Die Aktie von Bloom Energy notiert aktuell bei 191,00 Euro und hat damit heute 4,7 Prozent verloren, nachdem sie am Montag noch bei 200,50 Euro geschlossen hatte. Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt der Kurs auf Jahressicht deutlich im Plus: Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 154 Prozent zu Buche.
Der Wyoming-Auftrag selbst dürfte an der Kursbewegung wenig ändern – sein finanzieller Umfang ist im Vergleich zur Marktkapitalisierung des Unternehmens von 58,44 Milliarden Euro gering.
Sammelklage bleibt Belastungsfaktor
Im Hintergrund wirkt weiterhin die vor über einem Monat bekannt gewordene Sammelklage gegen Bloom Energy nach, in deren Folge die Aktie um 14,2 Prozent nachgab. Die Kanzleien Kaplan Fox & Kilsheimer sowie Wolf Haldenstein werben aktuell um Kläger, die zwischen dem 27. Februar 2025 und dem 8. Juli 2026 Aktien erworben haben.
Der Vorwurf: Bloom Energy habe seine Abhängigkeit von chinesischem Scandium nicht ausreichend offengelegt – ein Vorwurf, der ursprünglich auf einen Bericht von Hunterbrook Media vom 8. Juli zurückgeht. Die Frist zur Meldung als Lead Plaintiff läuft bis zum 28. September.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der operativen Seite liefert Bloom Energy weiter konkrete Aufträge im Zusammenhang mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren, wie der Wyoming-Deal mit LS Electric zeigt. Gleichzeitig bleibt das rechtliche Risiko aus der Sammelklage ein Unsicherheitsfaktor, der die Bewertung des Unternehmens auch Wochen nach Bekanntwerden noch belastet.
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