Bloom Energy schießt am Dienstag um 13,11 Prozent nach oben, auf 195,00 Euro. Ein Kursziel-Hochstufer von JPMorgan bricht damit einen wochenlangen Abwärtstrend, der die Aktie zuletzt unter Druck gesetzt hatte.
Die Investmentbank hebt ihr Kursziel deutlich an, von 267 auf 346 Dollar. Das „Overweight“-Rating bleibt bestehen. Begründet wird der Schritt mit einer robusten Lieferpipeline, die bis weit in das kommende Jahrzehnt reicht.
Neue Langfrist-Prognose bis 2030
JPMorgan legt erstmals Schätzungen für das Geschäftsjahr 2030 vor. Die Analysten erwarten bis dahin 4,1 Gigawatt an Produktauslieferungen. Basis dieser Prognose ist die kürzlich erweiterte Partnerschaft mit Brookfield Asset Management, die als Finanzierungsrahmen für den Infrastrukturausbau dient.
Diese langfristige Perspektive soll Zweifel ausräumen, die den Kurs in den vergangenen 30 Handelstagen belastet hatten. Vor dem heutigen Sprung war die Aktie um 35,64 Prozent gefallen. Auslöser waren Berichte über regulatorische Hürden bei Oracles „Project Jupiter“ in New Mexico sowie Verzögerungen bei einem großen AEP-Projekt in Wyoming.
Scandium-Sorgen im Fokus
Ein zweiter Streitpunkt: die Versorgung mit Scandium. Das seltene Metall steckt im keramischen Elektrolyt von Blooms Brennstoffzellen und war zuletzt Ziel von Short-Sellern, die eine Angebotsknappheit befürchteten.
JPMorgan widerspricht dieser These direkt. Die Analysten verweisen auf aktuelle Unternehmensangaben, wonach die Lieferkette eine jährliche Fertigungskapazität von bis zu 25 Gigawatt stützen kann. Das nimmt der Sorge vor einem Produktionsengpass beim Ausbau für KI-Rechenzentren einiges an Schärfe.
Charttechnik zeigt Erholung, aber keine Entwarnung
Der 14-Tage-RSI klettert nach dem heutigen Sprung auf 42,4. Die Aktie verlässt damit die überverkaufte Zone, ohne bereits in überkaufte Bereiche vorzudringen. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 239,49 Euro bleibt allerdings weiterhin ein Abstand von 18,58 Prozent.
Die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 119,54 Prozent. Kurzfristige Kursausschläge in beide Richtungen sind bei diesem Wert also weiterhin einzuplanen.
Die nächste größere Bewährungsprobe steht bereits fest. Am 28. Juli 2026 legt Bloom Energy nach Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Analysten rechnen mit einer Verdopplung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr, getragen vom beschleunigten Ausbau der Behind-the-Meter-Stromlösungen für Betreiber großer Rechenzentren.
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