Am heutigen Mittwoch hat die Investmentbank Mizuho ihre Einschätzung für Bloom Energy deutlich nach oben korrigiert und damit das positive Momentum der vergangenen Wochen untermauert. Die Analysten hoben das Kursziel für das Papier von 242 auf 351 US-Dollar an und bestätigten die Einstufung „Outperform“.
Diese Entwicklung fällt in eine entscheidende Phase für den Brennstoffzellen-Spezialisten, der am kommenden Montag vor seinem Einzug in den US-Leitindex S&P 500 steht.
Analysten sehen steigende Margen durch hohe Nachfrage
Die drastische Anhebung des Kursziels durch Mizuho um rund 45 Prozent basiert auf Anzeichen für eine robustere Preisgestaltung und eine anziehende Nachfrage. Die Experten erwarten, dass diese Faktoren langfristig zu höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen sowie verbesserten EBITDA-Margen führen werden.
Mizuho ist dabei nicht die einzige Adresse mit einer optimistischen Sichtweise: Bereits am 7. September hatte die Großbank UBS ihr Kursziel auf 325 US-Dollar angehoben und ihre Kaufempfehlung bekräftigt. Auch das Analysehaus Clear Street passte sein Ziel am 8. September nach oben an und sieht den fairen Wert nun bei 330 US-Dollar.
Das Vertrauen der Marktbeobachter spiegelt sich auch in der Performance wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 199 %. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 70,37 Milliarden € hat sich das Unternehmen fest in der Riege der bedeutenden Energietechnik-Konzerne etabliert. Gestern schloss die Aktie im Handel bei 224,50 €.
Aufstieg in die erste Börsenliga
Ein wesentlicher Treiber für das aktuelle institutionelle Interesse ist die bevorstehende Index-Aufnahme. Wie S&P Dow Jones Indices am 4. September bekannt gab, wird Bloom Energy mit Beginn des Handels am Montag, den 21. September, in den S&P 500 aufgenommen.
Das Unternehmen ersetzt dort den Getränkekonzern Molson Coors Beverage Co. Dieser Schritt führt üblicherweise dazu, dass Index-fonds (ETFs), die den S&P 500 physisch abbilden, die Aktie in ihre Portfolios aufnehmen müssen, was für zusätzlichen Kaufdruck sorgen kann.
Für das gesamte Geschäftsjahr stellte das Unternehmen einen Umsatz in der Spanne von 3,9 bis 4,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht, was am Mittelwert einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr entspräche.
Insiderverkäufe und rechtliche Rahmenbedingungen
Trotz der expansiven Geschäftsentwicklung gab es zuletzt Bewegungen im Aktionärskreis des Unternehmens. Im August veräußerten mehrere Führungskräfte Anteile im Rahmen von vorab festgelegten Handelsplänen. So verkaufte Director Jeffrey R. Immelt am 17. August 30.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 238,91 US-Dollar.
Wenige Tage zuvor, am 13. August, trennte sich Director John T. Chambers von 15.000 Anteilen zu einem Preis von 250,00 US-Dollar. Zudem veräußerte Chief Commercial Officer Aman Joshi Mitte August rund 4.600 Aktien, primär um Steuerverpflichtungen aus Aktienzuteilungen zu decken.
Anleger sollten zudem eine laufende rechtliche Auseinandersetzung im Blick behalten. Medienberichten zufolge läuft derzeit eine Sammelklage wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Wertpapierhandelsgesetz im Zeitraum zwischen Februar 2025 und Juli 2026. Investoren, die in diesem Zeitraum Aktien erworben haben, können sich noch bis zum 28. September als Hauptkläger bewerben.
Solche Verfahren sind bei schnell wachsenden Technologieunternehmen in den USA nicht ungewöhnlich, stellen jedoch einen relevanten Faktor für die Risikobewertung dar.
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