Bloom Energy steht wenige Wochen vor den nächsten Quartalszahlen und reitet weiter auf der AI-Welle. Neue Schätzungen zu einem Großprojekt mit einem US-Versorger, frische Finanzierungslinien und ein prall gefüllter Auftragsbestand heizen die Story an. Gleichzeitig liegt der Aktienkurs weit über den jüngst angehobenen Analystenzielen – wie belastbar ist dieser Bewertungsaufschlag?
Analyst hebt Annahmen für AEP-Projekt an
Am Freitag hat Clear Street seine Erwartungen für Bloom Energy nach oben angepasst. Analyst Tim Moore erhöhte das Kursziel von 68 auf 80 US-Dollar, beließ die Einstufung aber auf „Hold“. Auslöser ist die strategische Partnerschaft mit American Electric Power (AEP) in Wyoming.
Clear Street geht nun davon aus, dass der Standort rund 500 Megawatt an Brennstoffzellenleistung benötigen wird, um den Strombedarf zu decken. Auf Basis dieser Annahme wurden die Umsatzprognosen für Bloom Energy um 2 % für das Geschäftsjahr 2026 und um 4 % für 2027 erhöht.
Spannend: Trotz der Kurszielanhebung liegt die Bewertung von Clear Street klar unter dem aktuellen Marktpreis. Die Aktie hat in den ersten Wochen des Jahres bereits einen steilen Anstieg hinter sich, getrieben von der Erwartung, dass Bloom zu den großen Profiteuren des AI-Infrastrukturbooms gehört.
Ein Blick auf die Marktdaten unterstreicht das Momentum: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Performance bei über 400 %, seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 44 % zu Buche, bei einem aktuellen Kurs von 142,50 US-Dollar und einem Abstand von gut 6 % zum jüngsten 52‑Wochen-Hoch.
Finanzielle Basis und Auftragslage gestärkt
Der Analystenkommentar fällt nicht isoliert vom Himmel, sondern reiht sich in eine ganze Serie positiver Meldungen im Januar ein. Zwei Punkte stechen dabei hervor:
- Liquidität: Bloom Energy hat eine Kreditlinie über 600 Mio. US-Dollar mit Wells Fargo gesichert. Damit steht zusätzliches Kapital zur Verfügung, um Produktion und Projekte zügig hochzufahren.
- Auftragsbestand: Zudem erhielt das Unternehmen einen Auftrag im Volumen von 502 Mio. US-Dollar von Quanta Services, einem großen Infrastruktur-Dienstleister.
Diese Kombination aus Finanzierungsspielraum und gesichertem Auftragsvolumen stützt die These, dass Bloom mit seinen „behind-the-meter“-Lösungen – also Stromversorgung direkt beim Kunden statt aus dem öffentlichen Netz – zunehmend zu einem zentralen Baustein für Rechenzentrumsbetreiber wird.
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Rückenwind kommt von der Nachfrageseite: Ein heute veröffentlichter Bericht von Data Center Knowledge zeigt, dass inzwischen rund ein Drittel der Hyperscaler plant, die Stromerzeugung bis 2030 vollständig auf dem eigenen Gelände zu bündeln. Das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozentpunkten gegenüber früheren Befragungen und deutet auf einen strukturellen Trend zu mehr Eigenversorgung hin.
Netzrisiken als Argument für „Energy Sovereignty“
Wie verwundbar das öffentliche Stromnetz ist, wurde am Freitag durch „Winter Storm Fern“ deutlich. Der Wintersturm belastete das US-Stromnetz so stark, dass das Energieministerium (DOE) und Energieminister Chris Wright die Netzbetreiber anwiesen, zusätzliche Reservekapazitäten vorzuhalten – ausdrücklich inklusive Diesel-Notstromaggregate von Rechenzentren.
Diese Intervention macht klar, wie groß die Sorge vor Engpässen ist. Für Bloom Energy liefert das eine Art Live-Beleg für das eigene Konzept der „Energy Sovereignty“: Je stärker AI-Workloads die Stromnachfrage in Rechenzentren nach oben treiben, desto wichtiger wird eine unabhängige, vor Ort installierte Stromversorgung – etwa über Festoxid-Brennstoffzellen.
Damit verschiebt sich die Rolle solcher Systeme: Weg von einer optionalen Ergänzung, hin zu einem kritischen Bestandteil der operativen Infrastruktur großer Datenzentren.
Ausblick auf die Zahlen im Februar
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den 5. Februar 2026. An diesem Tag legt Bloom Energy den nächsten Quartalsbericht vor. Im Fokus steht vor allem, ob das Management die von Clear Street unterstellte Dimension von 500 MW für das AEP-Projekt in Wyoming bestätigt.
Die aktuelle Analystenkonsensschätzung sieht den Umsatz 2026 bei rund 2,54 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von über 30 % entspricht. Technisch betrachtet signalisiert ein RSI von über 90 zwar eine deutlich überkaufte Situation und die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt mit gut 84 % auf hohem Niveau. Gleichzeitig stützen die neu gemeldeten Großaufträge, die gesicherte Finanzierung und der strukturelle AI-Nachfrageboom das Bild eines weiterhin wachstumsstarken, aber inzwischen sehr hoch bewerteten Titels.
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