Bloom Energy sorgt mit einem milliardenschweren Versorgungsdeal für Aufsehen – und der Markt interpretiert das Unternehmen plötzlich als direkten Profiteur des KI-Booms. Während der Kurs in kurzer Zeit in die Höhe geschossen ist, gehen die Einschätzungen der Analysten weit auseinander. Entscheidender Punkt: Wie belastbar ist das neue Wachstumsnarrativ rund um KI-Rechenzentren?
Milliardendeal mit AEP als Wendepunkt
Auslöser der Rally ist ein bestätigtes Abkommen im Volumen von rund 2,65 Milliarden US‑Dollar mit American Electric Power (AEP). Im Rahmen dieser Vereinbarung sollen bis zu 900 Megawatt (MW) Festoxid-Brennstoffzellen von Bloom Energy installiert werden.
Wichtig: Es handelt sich nicht nur um eine Absichtserklärung, sondern um einen konkreten Auftrag für ein Großprojekt in der Nähe von Cheyenne im US-Bundesstaat Wyoming. Das Projekt adressiert einen großvolumigen, als bonitätsstark beschriebenen Kunden. Marktteilnehmer spekulieren, dass dahinter ein großer Technologiekonzern stehen könnte, der seine KI-Infrastruktur massiv ausbaut.
Die Brennstoffzellen sollen verlässliche, nicht auf Verbrennung basierende Energie liefern – also eine „Always-on“-Versorgung, die unabhängig von wetterabhängigen Quellen wie Wind und Solar funktioniert.
In Zahlen spiegelt sich die Begeisterung klar wider: Allein am Freitag legte die Aktie um gut 10 % zu und schloss bei 134,07 US‑Dollar, womit sie auf Jahressicht um mehrere Hundert Prozent zugelegt hat.
Analystenlager tief gespalten
Der steile Kursanstieg hat an der Wall Street zu einer ungewöhnlich breiten Spanne bei den Kurszielen geführt.
Optimistische Seite (Bulls):
Evercore ISI bestätigte ein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 152 US‑Dollar. Vom aktuellen Niveau wäre damit aus Sicht des Hauses noch ein zweistelliger Prozentzuwachs möglich.
HSBC geht noch einen Schritt weiter und führt Bloom Energy als eine ihrer „Top Picks“. Bemerkenswert: Es soll das einzige Industriepapier auf dieser exklusiven Liste sein. Begründung ist die Sonderrolle des Unternehmens bei der Lösung des sich abzeichnenden Energieengpasses für KI-Rechenzentren.Negative Seite (Bears):
Jefferies hält dagegen und bleibt bei „Underperform“. Das Kursziel liegt bei lediglich 53 US‑Dollar – weit unter dem aktuellen Kursniveau. Aus dieser Perspektive wirkt die Aktie deutlich überbewertet.AnzeigeSollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bloom Energy?
Zurückhaltende Stimmen (Skeptics):
Clear Street hat das Kursziel zwar von 58 auf 68 US‑Dollar angehoben, bleibt aber bei einer „Hold“-Einstufung. Trotz der Anhebung liegt dieses Ziel fast 50 % unter dem Marktpreis. Die Botschaft: Der Bewertungsaufschlag, den der Markt für das KI-Thema zahlt, wird als deutlich von den Fundamentaldaten abgekoppelt gesehen.
Damit prallen sehr unterschiedliche Szenarien aufeinander – von weiterem Aufwärtspotenzial bis hin zu einem deutlichen Rückschlag.
KI-Rechenzentren als neuer Treiber
An der Börse wird Bloom Energy derzeit stark als „Ableger“ des KI-Booms gehandelt. Hintergrund: Moderne KI- und Cloud-Rechenzentren benötigen eine extrem hohe Versorgungssicherheit rund um die Uhr. Intermittierende Energiequellen wie Wind und Solar können diese Anforderung nur mit erheblichem Speicheraufwand erfüllen.
Die Festoxid-Brennstoffzellen von Bloom bieten hier einen anderen Ansatz. Sie liefern 24/7-Strom und können aus Sicht der Befürworter schneller bereitgestellt werden als traditionelle Netzausbau- oder Kraftwerksprojekte. Vor diesem Hintergrund werten viele Investoren den AEP-Deal als möglichen Startschuss für eine ganze Reihe weiterer Großaufträge im Multi-Gigawatt-Bereich.
Entscheidend ist dabei die Erwartung, dass der Strombedarf von Rechenzentren in den kommenden Jahren deutlich anwächst. Je stärker die Nachfrage nach KI-Diensten zunimmt, desto größer könnte der Bedarf an skalierbaren, netzunabhängigen Stromlösungen werden – genau hier positioniert sich Bloom Energy.
Technische Lage und Bewertung
Charttechnisch spiegelt sich die Euphorie klar wider. Die Aktie notiert auf ihrem 52‑Wochen-Hoch von 134,07 US‑Dollar, der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt liegt bei über 140 %. Der Relative-Stärke-Index (RSI) befindet sich mit rund 92 Punkten in einem extrem überkauften Bereich.
Die Volatilität bleibt hoch: Auf 30‑Tage-Basis ist die annualisierte Schwankungsbreite dreistellig. Zusammen mit der großen Lücke zu mehreren Analystenzielen deutet dies auf ein sehr spekulatives Umfeld hin.
Auf der fundamentalen Seite hat sich die Visibilität der künftigen Umsätze mit dem AEP-Abkommen zwar deutlich verbessert. Gleichzeitig signalisiert die aktuelle Bewertung, dass der Markt nahezu fehlerfreie Umsetzung und eine Fortsetzung des Auftragseingangs im KI-Umfeld in den kommenden Jahren eingepreist hat. Wie nachhaltig diese Annahmen sind, dürfte sich vor allem an der Pipeline weiterer Großprojekte und der operativen Performance in den nächsten Quartalen entscheiden.
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