Bloom Energy hat am vergangenen Donnerstag mit seinen Finanzergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Markterwartungen deutlich übertroffen. Das Unternehmen profitierte dabei massiv von der steigenden Nachfrage nach Energielösungen für KI-Anwendungen und Rechenzentren. In der Folge passte der Vorstand die Ziele für das Gesamtjahr nach oben an, was bei Analysten für Optimismus sorgte.
Starke Quartalszahlen und angehobene Ziele
Der Umsatz belief sich im zweiten Quartal auf 1,07 Milliarden US-Dollar und lag damit signifikant über den Schätzungen von 827 Millionen US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verzeichnete das Unternehmen 0,78 US-Dollar, während der Markt lediglich mit 0,41 US-Dollar gerechnet hatte.
Aufgrund der beschleunigten Auftragskonvertierung hob das Management die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 3,9 bis 4,2 Milliarden US-Dollar an.
Auch die Erwartungen für den bereinigten Gewinn pro Aktie wurden nach oben korrigiert und liegen nun in einer Spanne von 2,55 bis 2,85 US-Dollar. Die Analysten von Mizuho reagierten prompt und stuften die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen auf „Outperform“ hoch. Sie begründeten diesen Schritt mit den besser als erwartet ausgefallenen Margen und der anhaltenden Stärke bei den Auslieferungen.
Analystenlob und prominente Investoren
Neben Mizuho änderte auch das Analysehaus Clear Street seine Einschätzung und hob das Papier auf „Buy“ an. Die Experten verwiesen dabei auf das Aufwärtspotenzial, das sich durch den vorangegangenen Kursrücksetzer ergeben habe.
Die Zuversicht am Markt wurde zudem durch eine Pflichtmitteilung aus der vergangenen Woche gestärkt: Medienberichten zufolge erwarb der Haushalt der US-Politikerin Nancy Pelosi Ende Juli 15.000 Aktien der Klasse A sowie 200 Kaufoptionen auf den Titel.
Zusätzlich untermauern Daten von Zulieferern die operative Dynamik. Einem Analystenbericht zufolge stammten im zweiten Quartal rund 30 % der Neuaufträge des Unternehmens Sanil Electric von Bloom Energy. Dabei handelte es sich um spezielle Transformatoren, die in dezentralen Energieerzeugungssystemen zum Einsatz kommen.
Trotz dieser Impulse notiert das Papier heute bei 174,80 € und damit rund 43 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn konnte der Wert jedoch eine Wertsteigerung von 133 % verzeichnen.
Rechtliche Unsicherheiten belasten den Kurs
Gestern rückten rechtliche Aspekte wieder stärker in den Fokus, als in den Medien an eine laufende Sammelklage erinnert wurde. Hintergrund sind Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Shortseller-Bericht vom 8. Juli, in dem Unregelmäßigkeiten in der Lieferkette für das Metall Scandium thematisiert wurden.
Investoren haben nun bis zum 28. September Zeit, sich als Hauptkläger in dem Verfahren zu melden, das den Zeitraum vom 27. Februar 2025 bis zum 8. Juli 2026 umfasst.
In den juristischen Unterlagen wird unter anderem Maciej Kurzymski namentlich als Beschuldigter genannt, der im betroffenen Zeitraum als kommissarischer Finanzchef (Acting Principal Financial Officer) für das Unternehmen tätig war. Während Bloom Energy operativ durch den KI-Boom deutlichen Rückenwind erfährt, bleibt die juristische Aufarbeitung dieser Vorwürfe ein Faktor, den Marktteilnehmer derzeit genau beobachten.
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