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Symbolbild, KI-generiert

Bitcoin: Zwischen Erholung und Extreme Fear

Bitcoin erholt sich leicht vom Tief bei 59.100 Dollar, doch der Fear-and-Greed-Index zeigt mit 16 Punkten weiterhin extreme Angst am Markt an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bitcoin fiel auf tiefsten Stand seit Oktober 2024
  • Strategy kauft 1.550 Bitcoin für 101 Millionen Dollar
  • Short-Liquidierungen von 455 Millionen Dollar ausgelöst
  • VanEck-Analyst sieht Chance im vierten Quartal

Der freie Fall scheint vorerst gestoppt — aber von Entwarnung ist der Kryptomarkt weit entfernt. Bitcoin hat sich nach dem Rutsch unter 60.000 Dollar wieder stabilisiert, doch das Stimmungsbild bleibt angespannt.

Am Freitag war Bitcoin auf 59.100 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Zur Wochenmitte hatte die Digitalwährung noch rund 74.000 Dollar gekostet — ein Rückgang von fast 20 Prozent in wenigen Tagen. Der Auslöser: eine ungewöhnliche Kombination aus geopolitischer Eskalation, institutionellen Abflüssen und einem Vertrauensschock.

Wie Strategy die Stimmung kippte

Paradoxerweise spielte der weltgrößte institutionelle Bitcoin-Halter eine doppelte Rolle in dieser Geschichte. Als Strategy vergangene Woche erstmals seit Langem Bitcoin verkaufte, reichten bereits vergleichsweise kleine Volumina aus, um Spekulationen über größere Verkaufswellen zu befeuern. „Die Transaktion hat Spekulationen über mögliche Verkäufe weiterer großer Marktteilnehmer ausgelöst und die ohnehin erhöhte Gewinnmitnahmebereitschaft verstärkt“, beschreibt Analyst Timo Emden von Emden Research die Dynamik.

Dazu kamen gestiegene Inflationserwartungen durch den Iran-Krieg, der die Ölpreise deutlich nach oben getrieben hat. Höhere Leitzinsen, die Märkte zunehmend einpreisen, belasten Bitcoin strukturell — er wirft keine Zinsen ab.

Gegenwind aus ETF-Abflüssen, Rückenwind durch Strategy-Käufe

Am Montag meldete Strategy den Kauf von 1.550 Bitcoin für rund 101 Millionen Dollar — und sendete damit ein klares Signal an den Markt. Die Gesamtbestände des Unternehmens liegen nun bei 845.256 Bitcoin, mit einem durchschnittlichen Einstandspreis von 75.680 Dollar. Das befeuerte eine Liquidierungswelle: Innerhalb von 24 Stunden wurden Short-Positionen im Wert von 455 Millionen Dollar zwangsgeschlossen — mehr als dreimal so viel wie auf der Long-Seite.

Allerdings zeigt der Fear-and-Greed-Index von CoinMarketCap mit einem Wert von 16 weiterhin „extreme Angst“ an. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten zuletzt Netto-Abflüsse von 326 Millionen Dollar an einem einzigen Tag.

Optimismus für das Jahresende

Inmitten der trüben Stimmung positioniert sich zumindest ein Marktteilnehmer klar gegen den Pessimismus. Matthew Sigel, Leiter Digital-Asset-Research beim Vermögensverwalter VanEck, verweist auf den historischen Vierjahreszyklus und sieht das vierte Quartal als Phase, „in der man vollständig investiert sein sollte“.

Emden bleibt vorsichtiger: Solange Kapitalzuflüsse ausbleiben und die Risikobereitschaft gedrückt sei, bleibe Bitcoin anfällig für weitere Schwankungen. Ein konkreter Test dieser These folgt bereits in den nächsten Wochen — sollte die Straße von Hormus geschlossen bleiben und der Zinsdruck steigen, dürfte die 60.000-Dollar-Marke erneut auf dem Prüfstand stehen.

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