Während sich der Bitcoin-Kurs zuletzt eher ruhig zeigte, brodelt es an anderer Stelle: Auf Prognosemärkten wächst plötzlich die Wette auf eine überraschende Zinserhöhung der US-Notenbank. Das passt so gar nicht zum Bild der vergangenen Wochen — und dürfte die Nerven vor der Fed-Entscheidung zusätzlich strapazieren.
Bitcoin selbst stieg zuletzt um gut ein Prozent auf rund 64.872 Dollar, nachdem eine Kampfpause zwischen den USA und dem Iran den Ölpreis spürbar drückte und Inflationssorgen kurzzeitig dämpfte. Die Erholung folgte auf eine Woche mit volatilem, aber insgesamt kaum verändertem Handel.
Prognosemärkte schlagen Alarm
Auf der Plattform Polymarket fiel die implizite Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen binnen 24 Stunden um 8,9 Prozentpunkte auf 73,25 Prozent. Im Gegenzug kletterte die Wette auf eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 26,65 Prozent — bei einem Handelsvolumen von über 100 Millionen Dollar. Der Wettbewerber Myriad zeigte ein fast identisches Bild mit 74 zu 27 Prozent.
Klassische Fed-Funds-Futures sind zurückhaltender und preisen die Chance auf eine Erhöhung mit 37,6 Prozent ein. Höhere Zinsen gelten traditionell als Belastung für spekulative Anlagen wie Bitcoin, weil sichere Alternativen attraktiver werden. Die Notenbank hatte die Zinsen im Juni unverändert gelassen, während die Kerninflation zuletzt auf 3,5 Prozent von 4,2 Prozent im Vormonat zurückging — eigentlich ein Argument fürs Abwarten.
Regulierung und Sicherheitsrisiken als Nebenschauplätze
Parallel zur Zinsdebatte nimmt der Streit um ein neues US-Krypto-Gesetz Fahrt auf. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James warnte vor dem Senat, der geplante Clarity Act würde die Fähigkeit der Bundesstaaten schwächen, Betrug im Kryptosektor zu verfolgen. Sie forderte schärfere Vorgaben gegen Geldwäsche und strengere Ethikregeln für Amtsträger — ein Seitenhieb auf die Krypto-Aktivitäten des Weißen Hauses.
Hinzu kommt eine handfeste Sicherheitswarnung: Die Schadsoftware SparkKitty tauchte in Apps von Apples App Store und Google Play auf und durchsuchte Fotobibliotheken infizierter Geräte gezielt nach Wallet-Wiederherstellungsphrasen. Die Kampagne erreichte über beide großen App-Stores eine breite Angriffsfläche, bevor betroffene Anwendungen entfernt wurden.
Die Fed tagt am 28. und 29. Juli, die Zinsentscheidung folgt am 29. Juli um 14 Uhr Ostküstenzeit. Bis dahin dürfte der Blick der Marktteilnehmer zwischen Zinsspekulation und den anstehenden Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne hin- und herpendeln — beides Faktoren, die zuletzt zunehmend über den Bitcoin-Kurs mitentschieden haben.
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