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Bitcoin: Wallet-Rätsel bei Coinbase?

US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten 635,6 Millionen US-Dollar Nettoabzüge; der BlackRock-Wallettransfer belegt keinen zusätzlichen Verkauf.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 635,6 Millionen US-Dollar ETF-Nettoabflüsse
  • Größter Tagesabzug seit fast vier Monaten
  • BlackRock-Wallettransfer ohne bestätigten Verkaufsnachweis
  • Bitwise sieht mögliches Verteilen durch Langzeithalter

BlackRock-ETF-bezogene Wallets haben gestern größere Bitcoin-Bestände an Coinbase Prime übertragen. Das nährt nach den jüngsten Fondsabflüssen die Sorge vor weiterem Verkaufsdruck. Einen zusätzlichen Verkauf belegen die Transaktionen allerdings nicht. Für Anleger ist deshalb entscheidend, bestätigte Mittelabzüge von bloßen Bewegungen zwischen Wallets zu unterscheiden.

Was die Transfers tatsächlich zeigen

Laut Onchain Lens wechselten innerhalb von zwei Stunden 3.215 Bitcoin im Wert von etwa 262,41 Mio. USD zu Coinbase Prime. Daneben wurden auch Ether übertragen. Der Zweck der Transaktionen ist nicht bestätigt.

Die Zuordnung der Wallets zu BlackRock beruht Medienberichten zufolge auf Adresskennzeichnungen. Solche Zuordnungen können fehlerhaft sein. Vollständige Adressdetails und Transaktionskennungen wurden in dem betreffenden Bericht nicht veröffentlicht. Damit bleibt neben der Verwendung auch die Zuordnung der Bestände mit Unsicherheit behaftet.

Der Bitcoin-Transfer lag ungefähr in der Größenordnung des vorherigen Mittelabflusses aus dem BlackRock-Fonds IBIT. Dieser hatte am Donnerstag 254,1 Mio. USD verloren. Die zeitliche Nähe allein zeigt jedoch weder einen zusätzlichen Verkauf noch dessen Ursache.

Wer aus der Übertragung eine neue Verkaufswelle ableitet, geht damit über den bestätigten Sachstand hinaus. Eine Bewegung von Bitcoin und ein Nettoabfluss aus einem Fonds sind unterschiedliche Beobachtungen.

Bestätigte Abflüsse belasten das Bild

Konkreter ist die Entwicklung der US-Spot-Bitcoin-ETFs: Laut Farside Investors zogen Anleger am Donnerstag netto 635,6 Mio. USD ab. Es war der größte Tagesabfluss seit fast vier Monaten. Damit wurden fast 60 Prozent der Zuflüsse der drei vorherigen Handelstage aufgehoben.

Der Rückschlag unterbrach eine kurze Phase erneuter Nachfrage. Er bedeutet aber nicht, dass sämtliche jüngsten Zuflüsse verschwunden sind: Die Wochenbilanz blieb nach dem starken Abflusstag positiv. Auch deshalb wäre es verkürzt, aus einem einzelnen Handelstag einen dauerhaften Rückzug institutioneller Anleger abzuleiten.

Bitcoin und Technologieaktien gerieten am Donnerstag gleichzeitig unter Druck. Die Parallelität von Kursverlusten und ETF-Abflüssen belegt allerdings keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Langfristige Halter liefern ein weiteres Warnsignal

Über die Fondsbewegungen hinaus meldete Bitwise gestern steigende realisierte Gewinne, insbesondere bei langfristigen Bitcoin-Haltern. Deren Netto-Positionsänderung war negativ. Das Analysehaus wertet dies als Hinweis auf eine mögliche Verteilungsphase.

Diese Einschätzung ergänzt die bestätigten ETF-Abflüsse um ein weiteres Vorsichtssignal. Sie bleibt ausdrücklich eine Interpretation und kein Nachweis einer anhaltenden Verkaufswelle.

Für die Einordnung des Verkaufsdrucks sind damit die tatsächlichen Fondsflüsse und das Verhalten langfristiger Halter aussagekräftiger als der BlackRock-Transfer allein. Die Übertragung liefert bislang keinen belastbaren Beleg für zusätzliche Verkäufe.

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Diskussion zu Bitcoin

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.