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Bitcoin: Shorts geraten unter Druck

Bitcoin-Kurs steigt durch Zwangsauflösungen von Short-Positionen, während die Handelsspanne enger wird. Der morgige Krypto-Gipfel im Weißen Haus könnte für neue Impulse sorgen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Funding-Rate erreicht 20-Monats-Hoch
  • Short-Liquidationen dominieren Marktgeschehen
  • Handelsspanne komprimiert sich zunehmend
  • Weißes Haus trifft Krypto-Branche

Die Funding-Rate von Bitcoin auf Binance ist auf den höchsten Stand seit 20 Monaten geklettert — zuletzt gab es dieses Niveau im Dezember 2024, kurz vor dem damaligen Allzeithoch-Zyklus. Das Signal gilt als bullisch, weil es zeigt, dass immer mehr Trader auf steigende Kurse setzen. Bitcoin selbst bewegte sich am Nachmittag zwischen 62.649 und 64.548 Dollar, ein Plus von rund 2,2 Prozent binnen 24 Stunden.

Spannender als der Kurs ist aber, wer diesen Anstieg treibt. Die Liquidationen am Krypto-Markt stiegen um 53 Prozent auf 213 Millionen Dollar — davon entfielen 125 Millionen Dollar auf Short-Positionen.

Das Übergewicht auf der Short-Seite deutet darauf hin, dass der Anstieg vor allem Zwangsauflösungen bearisher Wetten aufräumt, nicht frisches Kaufkapital anzieht. Ein typisches Muster in Bounce-Phasen, das die Nachhaltigkeit der Bewegung noch nicht bestätigt.

Enge Handelsspanne vor möglichem Ausbruch

Die Ein-Monats-Range zwischen 62.000 und 66.000 Dollar ist merklich enger als die Juni-Spanne von 58.000 bis 66.000 Dollar. Solche Kompressionsphasen gehen häufig einer größeren Bewegung voraus, sobald eine der Grenzen entschieden durchbrochen wird. Der nächste relevante Widerstand liegt zwischen 64.500 und 66.000 Dollar.

Unterstützung erhält die Stimmung von den US-Spot-ETFs, die nach wochenlangen Abflüssen zuletzt wieder Nettozuflüsse verzeichneten — zuletzt 298 Millionen Dollar an einem einzelnen Handelstag.

Parallel dazu baut die Wall Street ihre Krypto-Infrastruktur weiter aus: Citi kündigte am Dienstag an, Bitcoin-Custody in seine bestehende Vermögensverwaltungsplattform Custody+ zu integrieren — ein Schritt, den die Bank bereits im Oktober angekündigt hatte und der nun konkrete Form annimmt.

Weißes Haus trifft Krypto-Branche

Am morgigen 19. August treffen sich die Chefs von Coinbase, Ripple, Gemini, Robinhood, Polymarket und Kalshi mit Präsident Trump sowie den Vorsitzenden von SEC und CFTC im Weißen Haus.

Eine unmittelbare gesetzliche Entscheidung erwartet der Markt nicht — der sogenannte CLARITY Act steht frühestens im September zur Abstimmung, die Erfolgsaussichten für dieses Jahr schätzen Beobachter auf 10 bis 20 Prozent.

Erhofft werden stattdessen administrative Signale: konkrete Richtlinien von SEC und CFTC, die auch ohne Kongresszustimmung kurzfristig Klarheit schaffen könnten. Der Gipfel gilt als Reaktion darauf, dass die SEC Mitte August ein geplantes Innovations-Meeting abgesagt und eine Token-Ausnahmeregel verzögert hatte.

Abseits der Makro-Ebene sorgte ein technisches Detail für Aufmerksamkeit in der Bitcoin-Community: Der Schweizer Hardware-Wallet-Hersteller BitBox räumte zwei schwerwiegende Firmware-Schwachstellen ein, die Angreifern per Phishing theoretisch den Zugriff auf Guthaben ermöglicht hätten. Nach eigenen Angaben gibt es keine Hinweise auf tatsächlich gestohlene Gelder, ein Sicherheitsupdate steht bereit.

Die Kompression der Handelsspanne und der morgige Gipfel im Weißen Haus fallen zeitlich zusammen — ein Zusammentreffen, das die Bewegung der kommenden Tage prägen dürfte. Bricht Bitcoin über die Marke von 66.000 Dollar aus, wäre das der erste nachhaltige Vorstoß seit Wochen. Ein Rückfall unter 62.000 Dollar würde dagegen zeigen, dass der aktuelle Short-Squeeze allein nicht reicht, um den Abwärtstrend zu drehen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.