Bitcoin hat am Montag die Marke von 85.000 Dollar geknackt und damit den höchsten Stand seit Januar erreicht. Der Auslöser sitzt nicht im Kryptomarkt selbst, sondern bei der US-Börsenaufsicht: Die SEC hat den Weg für einen breiteren Handel mit tokenisierten Aktien freigemacht. Was folgte, war keine gewöhnliche Kursbewegung.
Innerhalb von 24 Stunden legte Bitcoin um mehr als fünf Prozent zu, von rund 81.000 auf zeitweise über 85.000 Dollar. Parallel dazu wurden Short-Positionen im Volumen von mindestens 648 Millionen Dollar zwangsliquidiert — ein klassischer Short Squeeze, der die Rally zusätzlich befeuerte. Wer auf fallende Kurse gewettet hatte, musste seine Positionen eindecken und trieb den Preis damit selbst weiter nach oben.
Die Altcoins ziehen mit
Bemerkenswert ist die Breite der Bewegung. Solana kletterte auf über 115 Dollar, Ethereum kehrte über die 2.700-Dollar-Marke zurück, und Sui schoss um mehr als elf Prozent nach oben.
In den vergangenen Wochen, geprägt von regulatorischer Unsicherheit rund um den CLARITY Act und der Fed-Sitzung, hatten fast ausschließlich Bitcoin-ETFs Zuflüsse angezogen. Die aktuelle Bewegung deutet darauf hin, dass Kapital wieder in den breiteren Kryptosektor fließt — ein Signal, das Marktbeobachter als Vertrauensrückkehr werten.
Der Blick auf den Offenmarktausschuss der Fed vom 16. September liefert eine mögliche Erklärung. 16 von 18 FOMC-Mitgliedern hatten sich für weitere geldpolitische Anpassungen ausgesprochen, was Marktteilnehmer zunächst als Belastung gewertet hatten. Inzwischen scheint sich die Interpretation durchzusetzen, dass es sich um einen einzelnen weiteren Schritt im Dezember handelt — nicht um den Beginn eines langen Straffungszyklus.
Firmen kaufen weiter zu
Während der Kurs steigt, bauen börsennotierte Bitcoin-Treasury-Firmen ihre Bestände weiter aus. Strive kaufte in der vergangenen Woche 1.355 Bitcoin für rund 107,7 Millionen Dollar hinzu und hält nun 26.355 BTC — Rang fünf unter den größten Firmenhaltern, hinter Strategy, Twenty One, Metaplanet und MARA. Strategy selbst legte nach zwei Wochen Pause erneut zu und erwarb 950 Bitcoin, womit der Gesamtbestand nun exakt 846.000 BTC beträgt.
TD Cowen reagierte auf das Tempo bei Strive und hob das Kursziel für die Strive-Aktie von 32 auf 44 Dollar an, mit Verweis auf die schnellere Bestandsakkumulation als erwartet. Die Analysten rechnen nun mit rund 32.000 Bitcoin bei Strive zum Jahresende, deutlich mehr als die zuvor veranschlagten gut 27.000.
Die Kombination aus regulatorischem Rückenwind, eingedeckten Shorts und anhaltendem Unternehmensappetit auf Bitcoin hat dem Markt binnen weniger Handelsstunden ein neues Kursniveau beschert. Ob sich die Bewegung über die aktuelle Woche hinaus verstetigt, dürfte sich an den nächsten Datenpunkten entscheiden: Im Oktober stehen neue Inflationsdaten an, im Dezember tagt erneut die Fed.
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