Bitcoin hält sich hartnäckig in einer Spanne zwischen 82.000 und 84.000 Dollar – seit anderthalb Wochen tut sich kaum etwas. Das klingt unspektakulär, ist aber angesichts des Umfelds bemerkenswert: Steigende Zinsen und ein starker Ölpreis setzen eigentlich alle nicht-verzinsten Anlagen unter Druck.
Die zehnjährige US-Staatsanleihe kletterte zuletzt auf 5,274 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. Der Auslöser sitzt jedoch nicht im Anleihemarkt selbst, sondern beim Rohöl. Nachdem US-Präsident Trump einen iranischen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts um die Straße von Hormus ablehnte, sprang Brent-Öl kurzzeitig über 108 Dollar, bevor es durch indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran über Katar und Saudi-Arabien wieder nachgab.
Warum Bitcoin trotzdem stillhält
Kyle Rodda von Capital.com bringt die Lage auf den Punkt: Der steigende Ölpreis nimmt den nicht-verzinsten Assets den Wind aus den Segeln, weshalb die Bitcoin-Rally derzeit pausiert. Charttechnisch liest er die Konsolidierung aber als Verschnaufpause innerhalb eines kurzfristigen Aufwärtstrends, nicht als Trendbruch.
Bemerkenswert ist, wie wenig Bitcoin trotz des Gegenwinds tatsächlich verloren hat. Weder das Scheitern des Clarity Act im US-Senat noch die restriktivere Zinserwartung konnten die Kryptowährung aus ihrer Handelsspanne drücken. Ein Grund dafür dürfte die anhaltende institutionelle Nachfrage sein.
Die US-Spot-ETFs verzeichneten zuletzt acht Handelstage in Folge Nettozuflüsse, kumuliert rund drei Milliarden Dollar. Die Zuflüsse sind mittlerweile deutlich kleiner geworden – am Montag standen unter dem Strich nur noch 31 Millionen Dollar zu Buche, verteilt auf Zuflüsse bei BlackRocks IBIT und Grayscales Mini-Trust gegenüber Abflüssen bei GBTC und Fidelitys FBTC. Insgesamt verwalten die Fonds inzwischen rund 108 Milliarden Dollar, das entspricht 6,42 Prozent der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung.
Parallel dazu bleibt Strategy ein verlässlicher Käufer. Das Unternehmen erwarb zwischen dem 21. und 27. September rund 1.665 Bitcoin für etwa 143 Millionen Dollar und hält damit inzwischen 847.666 Bitcoin – ein neuer Bestandsrekord.
Die Woche der Wahrheit für die Fed
Optionshändler positionieren sich derzeit uneindeutig: Die Put-Call-Skew für kurzfristige Laufzeiten liegt nahe der Neutralität, was auf ein Kräftemessen zwischen Absicherung und Aufwärtsspekulation hindeutet.
Entscheidend wird diese Woche der Blick auf die US-Konjunkturdaten. Am Mittwoch steht die Kernrate des PCE-Deflators für August an, am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht für September, für den Ökonomen ein deutlich schwächeres Stellenwachstum erwarten als im August.
Die Fed selbst tagt erst am 27. und 28. Oktober, doch die Terminmärkte preisen bereits mit rund 70 Prozent Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinserhöhung um einen Viertelpunkt ein – vor einer Woche lag dieser Wert noch bei knapp 55 Prozent.
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