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Bitcoin: Miner leiden, ETFs bluten

Steigende Zinserwartungen und hohe ETF-Abflüsse setzen Bitcoin zu. Miner arbeiten unter Kosten, während Anleger in KI-Titel umschichten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bitcoin erholt sich kurz auf 61.300 Dollar
  • Hohe ETF-Abflüsse von 469 Millionen Dollar
  • Miner arbeiten unter Einstandspreis
  • Angstindex fällt auf tiefen Wert von 18

Kurz erholt, aber kaum beruhigt. Bitcoin notiert nach einem kurzen Einbruch unter 60.000 Dollar wieder bei rund 61.300 Dollar — doch die Belastungsfaktoren sind nicht verschwunden, sie haben sich nur kurz zurückgezogen.

Zinsangst trifft zinsloses Asset

Der Ausverkauf der vergangenen Tage folgt einer klaren Logik: Steigende Zinserwartungen in den USA belasten Kryptowährungen strukturell, weil sie keine laufenden Erträge abwerfen. Je höher die Renditen von Staatsanleihen, desto teurer wird das Halten von Bitcoin im Vergleich. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung bis Dezember 2026 wird inzwischen auf rund 84 Prozent eingepreist. Indes lieferte ein Rückgang der Ölpreise — ausgelöst durch Berichte über mehr Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus — eine kurzfristige Entlastung, weil er die Inflationserwartungen dämpfte.

Parallel dazu verstärkte ein schwaches PCE-Inflationsdatum den Druck: Märkte warteten am Donnerstag auf die US-Verbraucherpreisdaten nach Fed-Lesart — bei einem enttäuschenden Ergebnis drohte ein neuerlicher Kursrutsch.

ETF-Abflüsse beschleunigen sich

Das institutionelle Bild trübt sich weiter ein. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettomittelabflüsse von 469 Millionen Dollar — der höchste Wert seit Anfang Juni. Allein der iShares Bitcoin Trust verbuchte davon 239 Millionen Dollar, der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund weitere 121 Millionen Dollar. Es war bereits die siebte Woche in Folge mit Nettomittelabflüssen.

Als Gegengewicht fungiert vor allem die KI-Branche: Nach starken Zahlen des Speicherchip-Herstellers Micron zogen Anleger Kapital aus Krypto ab und schichteten in Technologietitel um — ein Trend, der den Bitcoin-Kurs schon seit Wochen unter Druck hält.

Miner unter Kostendruck

Am härtesten trifft die aktuelle Schwäche die Bitcoin-Miner. Die täglichen Netzwerkerlöse sind auf einen Sieben-Tage-Schnitt von rund 30 Millionen Dollar gefallen — gegenüber über 50 Millionen Dollar im Sommer 2025. Transaktionsgebühren tragen kaum noch etwas bei, während die durchschnittlichen Produktionskosten eines Bitcoin bei etwa 78.000 Dollar liegen. Das bedeutet: Viele Miner arbeiten derzeit unter Einstandspreis.

Der Fear-and-Greed-Index für Kryptomärkte steht bei 18 — tief im Bereich extremer Angst. Vor einem Monat lag er noch bei 40, neutral. Die Stimmung hat sich damit fundamental gedreht, und der nächste belastbare Test dürfte die Fed-Sitzung im Juli liefern — dann, wenn aus Erwartungen mögliche Fakten werden.

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