Starke Kursgewinne, aber ein wackeliges Fundament— bei Bitcoin klaffen Preisentwicklung und Marktdaten aktuell auseinander. Die größte Kryptowährung profitiert von einer hohen spekulativen Nachfrage am Terminmarkt. Echte Spot-Käufer halten sich indes spürbar zurück. Das weckt Zweifel an der Nachhaltigkeit der jüngsten Erholung.
MicroStrategy stoppt Käufe
Ein zentraler Marktakteur hat seine wöchentlichen Akquisitionen vorerst ausgesetzt. MicroStrategy-Gründer Michael Saylor bestätigte am 3. Mai eine entsprechende Kaufpause. Analysten führen diesen Schritt auf die anstehenden Quartalszahlen am Dienstag zurück.
Das Softwareunternehmen sitzt auf über 818.000 Bitcoin. Der durchschnittliche Einstiegspreis liegt bei rund 75.500 US-Dollar. Aktuell erschwert ein schwächelndes Finanzierungsinstrument die Kapitalbeschaffung für weitere Zukäufe. Saylor signalisierte allerdings, die Bestände in der kommenden Woche weiter aufstocken zu wollen.
Terminmarkt dominiert das Geschehen
Der Bitcoin notiert derzeit bei rund 78.500 US-Dollar. Auf Monatssicht steht damit ein Plus von gut 17 Prozent auf der Anzeigetafel. On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigen jedoch ein primär spekulatives Umfeld. Perpetual-Futures treiben die Rally fast im Alleingang.
Die physische Spot-Nachfrage war im vergangenen Monat sogar rückläufig. Der hauseigene Stimmungsindikator von CryptoQuant fiel von 50 auf 40 Punkte. Marktbeobachter werten dies als klares Warnsignal. Ohne eine Rückkehr der Direktkäufer fehlt dem Markt die strukturelle Basis für einen Ausbruch nach oben.
Milliarden-Widerstand blockiert Ausbruch
Immerhin die institutionelle Seite sendet wieder Lebenszeichen. US-Spot-ETFs verzeichneten am 1. Mai Nettozuflüsse von 630 Millionen US-Dollar. Zuvor hatten Investoren über mehrere Wochen hinweg Milliardenbeträge abgezogen. BlackRock führte die aktuelle Erholung mit deutlichem Abstand an.
Auf der Oberseite versperrt nun eine massive Liquiditätsmauer bei 80.000 US-Dollar den Weg. Ein Durchbruch könnte den Kurs schnell in Richtung der 200-Tage-Linie bei etwa 83.600 US-Dollar schieben. Geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise dämpfen jedoch die Risikobereitschaft. Prognosemärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit für ein neues Allzeithoch bis Ende Juni auf lediglich 3,2 Prozent.
