Während Bitcoin um mehr als 50 Prozent unter sein Rekordhoch gefallen ist, kauft Metaplanet weiter zu. Das japanische Unternehmen hat sich mit seinen jüngsten Zukäufen den dritten Platz unter den größten Bitcoin-Haltern weltweit gesichert. Diese Diskrepanz zwischen Kursverfall und Kaufbereitschaft wirft die Frage auf, wer hier richtig liegt.
Bitcoin selbst zeigt an diesem Donnerstag eine deutliche Gegenbewegung. Der Kurs springt um 5,36 Prozent auf 61.689 US-Dollar und entfernt sich damit vom 52-Wochen-Tief bei 57.945 Dollar, das erst am Vortag markiert wurde. Der Blick auf die längere Frist bleibt trotzdem ernüchternd: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 30 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar von fast 42 Prozent.
Metaplanet baut Position auf 43.000 Bitcoin aus
Am 2. Juli bestätigte Metaplanet den Abschluss seiner jüngsten Kaufphase. Im zweiten Quartal 2026 kaufte das Unternehmen 2.823 Bitcoin hinzu. Der Gesamtbestand liegt damit bei 43.000 Bitcoin, aktuell rund 2,6 Milliarden Dollar wert.
Damit überholt Metaplanet praktisch alle öffentlichen Bitcoin-Halter mit Ausnahme von Strategy, dem früheren MicroStrategy, und Twenty One Capital. Die Strategie begann 2024. Finanziert über Aktienemissionen und Anleihen, baute das Unternehmen seither systematisch eine Bitcoin-Bilanz auf.
Für das am 30. Juni endende Quartal meldete Metaplanet eine sogenannte „Bitcoin-Rendite“ von 6,6 Prozent. Diese Kennzahl misst das Wachstum der Bitcoin-Bestände im Verhältnis zu den ausstehenden Aktien. Die Gesamtinvestition in die Kryptowährung beläuft sich mittlerweile auf umgerechnet rund 659,25 Milliarden Yen.
Netzwerk bleibt robust, Markt bleibt nervös
Trotz der Kursschwankungen zeigt sich das Bitcoin-Netzwerk technisch stabil. Die Hashrate lag am 1. Juli bei 951,62 Exahashes pro Sekunde. Das ist zwar ein Rückgang von 4,03 Prozent gegenüber dem Vortag, aber immer noch über 22 Prozent höher als vor einem Jahr.
Diese anhaltend hohe Rechenleistung spricht für einen intakten Mining-Sektor. Das tägliche Handelsvolumen liegt derzeit bei etwa 75 Milliarden Dollar, leicht unter den 82 Milliarden Dollar von Anfang der Woche.
Die Rückeroberung der Marke von 60.000 Dollar löste am Markt eine Kettenreaktion aus. Die Gesamtliquidationen im Derivatemarkt schossen auf 448 Millionen Dollar hoch. Rund 265 Millionen Dollar davon entfielen auf Short-Positionen, deren Inhaber von der kurzzeitigen Rally auf 61.200 Dollar überrascht wurden.
Weitere Unternehmen folgen dem Kurs
Metaplanet steht mit seiner Strategie nicht allein. Hyperscale Data, notiert an der NYSE American unter dem Kürzel GPUS, bestätigte kürzlich den Kauf von 67 zusätzlichen Bitcoin. Der Gesamtbestand des Unternehmens wuchs damit Anfang Juli auf 849 Bitcoin.
Die Stimmung am Markt bleibt gedämpft, hellt sich aber auf. Der Crypto Fear & Greed Index kletterte zuletzt auf 19 von 100 Punkten. Das signalisiert weiterhin „Extreme Angst“, ist aber eine Verbesserung gegenüber dem Wert von 11 zu Monatsbeginn.
Technisch bleibt das Bild gemischt. Der RSI von 44 zeigt keine Überverkauft-Situation mehr an, der Kurs notiert aber weiterhin fast 18 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 75.214 Dollar. Ob die aktuelle Erholung trägt oder Metaplanet und andere Firmen zu früh nachgekauft haben, wird sich an der Reaktion der 68.000-Dollar-Marke zeigen, dem nächsten relevanten Widerstand am 50-Tage-Durchschnitt.
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