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Bitcoin: Konsolidierung mit Gegenwind

Bitcoin konsolidiert nach starkem Jahresstart. US-ETFs verzeichnen deutliche Abflüsse, während die Volatilität sinkt und die Korrelation zu Gold zunimmt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutliche Abflüsse bei US-Bitcoin-ETFs
  • Sinkende Volatilität trotz Kurskorrektur
  • Wachsende Nähe zu Gold als Wertspeicher
  • Gemischte On-Chain-Daten signalisieren Umschichtung

Bitcoin ringt im Januar 2026 um klare Impulse. Nach dem sprunghaften Start ins neue Jahr bremsen ETF-Abflüsse, schwächere On-Chain-Daten und ein komplexes Makroumfeld die größte Kryptowährung aus. Gleichzeitig sinkt die Korrelation zu Aktien, während die Nähe zu klassischen “Sicherhäfen” wie Gold zunimmt – ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark sich Bitcoins Rolle im Markt verändert.

Kursverlauf und Marktumfeld

Bitcoin bewegt sich aktuell in einer Seitwärtsphase, nachdem der Kurs zuletzt von Niveaus nahe 98.000 US‑Dollar abgedreht hat. Mit rund 90.493 US‑Dollar liegt die Notierung etwa 27 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber noch klar über dem jüngsten Jahrestief – ein Bild der Konsolidierung, nicht des Crashs.

Auslöser für die jüngste Intraday-Erholung am Freitag war nach Markteinschätzung eine mutmaßliche Intervention der Bank of Japan am Devisenmarkt, die den Yen gegenüber dem US‑Dollar stärkte. Eine stärkere Yen-Währung kann dazu beitragen, gehebelte Carry-Trades zurückzufahren, die in den vergangenen Monaten auch auf Kryptos lasteten. Parallel dazu setzen an den klassischen Rohstoffmärkten starke Bewegungen Akzente: Silber überspringt erstmals 100 US‑Dollar je Unze, Gold nähert sich 5.000 US‑Dollar – ein Umfeld, in dem Anleger ihre Allokation zwischen Krypto und traditionellen “Wertspeichern” neu austarieren.

ETF-Abflüsse und institutionelle Ströme

Ein zentrales Belastungsthema bleiben die US‑Spot-Bitcoin-ETFs. In den vergangenen vier Handelstagen verzeichneten sie Nettoabflüsse von mehr als 1,6 Milliarden US‑Dollar – eine deutliche Trendwende nach den kräftigen Zuflüssen zu Jahresbeginn. Die kumulierten US‑Session-Renditen von Bitcoin im laufenden Jahr sanken damit von rund 9 % (als der Kurs knapp 98.000 US‑Dollar erreichte) auf aktuell nur noch etwa 2 %.

Hinzu kommt laut Wintermute-Stratege Jasper De Maere ein Anstieg von Stablecoin-Rücklösungen in Fiat-Währungen. Das deutet darauf hin, dass Teile der institutionellen Investoren, die Anfang 2026 zurück in den Markt gekommen sind, ihre Engagements wieder reduzieren. Die Kombination aus ETF-Abflüssen und zurückhaltenderem Stablecoin-Einsatz signalisiert eine Phase der Neujustierung, nicht der aggressiven Risikoaufnahme.

30‑Tage-Bild: Weniger Schwankung, andere Korrelationen

Trotz der Korrektur im Januar fällt der 30‑Tage-Rückblick überraschend robust aus. Laut VanEcks „Bitcoin ChainCheck“-Report legte Bitcoin über die letzten 30 Tage um rund 12 % zu – bei gleichzeitig deutlich sinkender Volatilität. Die 30‑Tage-Volatilität ging um 29 % auf einen Wert von 27 zurück und liegt damit unter dem 13. Perzentil der letzten zwölf Monate. Für einen traditionell hoch volatilen Vermögenswert ist das ein klares Zeichen für reifere Marktstrukturen.

Auch die Querverbindungen zu anderen Anlageklassen verschieben sich:

  • Korrelation mit dem S&P 500: auf 0,18 gefallen, der niedrigste Wert seit Oktober 2025 (9. Perzentil im Jahresvergleich)
  • Korrelation mit Gold: auf 0,28 gestiegen, über dem 80. Perzentil

Damit entfernt sich Bitcoin zunehmend von der Rolle eines reinen „Risk-On-Tech-Betas“ und orientiert sich zumindest phasenweise stärker an Rohstoffen und Wertspeichern.

On-Chain-Daten: Aktivität rückläufig

On-Chain-Metriken zeichnen ein gemischtes Bild der Netzwerkgesundheit (Datenbasis VanEck/Glassnode, Stand 15. Januar 2026):

  • Tägliche Netzwerkerlöse: −15 % in 30 Tagen
  • Aktive Adressen: −6 %
  • Neue Adressen: −4 %
  • Aktives Angebot: +7 %

Die sinkenden Erlöse und Adresszahlen sprechen für eine abnehmende Nachfrage nach Blockspace – es werden weniger Transaktionen durchgeführt, sowohl von neuen als auch von bestehenden Nutzern. Gleichzeitig signalisiert das höhere aktive Angebot, dass breitere Teile der Halterbasis ihre Bestände bewegen. Insgesamt deutet das auf eine Phase hin, in der mehr Positionen umgeschichtet als neu aufgebaut werden.

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Mining im Umbruch

Auch auf der Mining-Seite ist der Trend rückläufig:

  • Mining-Schwierigkeit: −2 % (von 646 auf 635)
  • Hashrate: −6 % seit dem Hoch von Mitte November 2025
  • Geschätzter globaler Stromverbrauch der Miner: −2 % (von 206 TWh auf 203 TWh)

Die gleichzeitigen Rückgänge bei Hashrate, Schwierigkeit und Energieverbrauch legen nahe, dass Miner Kapazitäten abschalten. VanEck führt dies teilweise auf saisonale Winterdrosselungen zurück, sieht aber einen wichtigeren strukturellen Faktor: den stark steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren. Immer mehr Miner verlagern Rechenleistung oder Infrastruktur in Richtung künstlicher Intelligenz, da dort attraktive Margen winken. Prognosen zufolge könnte die Nachfrage nach KI-Datenzentrumsleistung bis 2030 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 24 % zulegen – ein Trend, der Bitcoins Mining-Landschaft nachhaltig verändern dürfte.

Regulierung: Von Entwürfen zur Umsetzung

2026 entwickelt sich zu einem Schlüsseljahr für die Regulierung digitaler Vermögenswerte.

In den USA brachten Senatoren am 13. Januar einen Gesetzentwurf ein, der eine umfassende Marktstruktur für Krypto schaffen soll. Kernpunkte sind die Abgrenzung, wann Token als Wertpapier und wann als Rohstoff gelten, sowie eine stärkere Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) für Spot-Kryptomärkte. Die weitere Behandlung des CLARITY Act wurde jedoch vertagt, nachdem Coinbase‑CEO Brian Armstrong seine Unterstützung zurückzog – unter anderem wegen geplanter Einschränkungen bei Stablecoin-Zinserträgen und erweiterter SEC-Kompetenzen.

Global nimmt die Abstimmung der Aufseher spürbar zu. Der PwC‑Bericht „Global Crypto Regulation“ sieht 2026 als das Jahr, in dem viele bisherige Entwürfe in verbindliche Regeln übergehen. Die EU setzt ihre MiCA-Regeln schrittweise um, während das Vereinigte Königreich Kryptoaktivitäten unter den Rahmen des Financial Services and Markets Act stellt. Ziel sind klarere Spielregeln, bessere Marktintegrität und mehr Anlegerschutz – Faktoren, die für große institutionelle Adressen entscheidend sind.

Krypto-Aktien: Geteiltes Bild

An der Börse zeigen sich am Kryptosektor stark unterschiedliche Bewegungen. Mining-Titel wie Iren (IREN), Hut 8 (HUT), TeraWulf (WULF) und CleanSpark (CLSK) konnten nach anfänglichen Verlusten um 5 % bis 10 % zulegen. MicroStrategy (MSTR), das zuletzt binnen acht Tagen Bitcoin im Wert von 2,13 Milliarden US‑Dollar zugekauft hat, erholte sich um rund 5 % vom Tagestief.

Coinbase (COIN) begrenzte seine Verluste auf etwa 1 %. Dagegen geriet BitGo (BTGO) unter Druck: Die Aktie fiel an ihrem zweiten Handelstag um rund 12 % auf 16,53 US‑Dollar und damit unter den Ausgabepreis von 18 US‑Dollar. Am Vortag war der Krypto-Verwahrer noch mit einem Plus von 2,7 % bei 18,49 US‑Dollar aus dem Handel gegangen, nach einem Zwischenhoch von 24,50 US‑Dollar. BitGos IPO ist der erste große Kryptobörsengang des Jahres 2026 – der Start verläuft damit alles andere als geradlinig.

Sentiment, Technik und Ausblick

Aus technischer Sicht konsolidiert Bitcoin weiter in einer Spanne um 88.000 bis 91.000 US‑Dollar. Marktbeobachter sehen eine wichtige Unterstützung knapp unterhalb dieser Range und Widerstand im Bereich um 94.500 US‑Dollar. Gleichzeitig steigt das Interesse an Derivaten: Das offene Interesse in Bitcoin-Futures wuchs auf 32,4 Milliarden US‑Dollar, während die 90‑Tage‑Funding-Rates für Perpetual-Futures seit Mitte Dezember von 3,7 % auf 4,8 % kletterten – ein Zeichen dafür, dass trotz Konsolidierung weiterhin Kapital in gehebelte Long-Strategien fließt.

In Summe fasst die Entwicklung rund um den 23. Januar 2026 die aktuelle Lage gut zusammen: Kurzfristiger Druck durch ETF-Abflüsse und nachlassende Netzwerkauslastung trifft auf strukturelle Reifung des Marktes mit geringerer Volatilität, sinkender Aktienkorrelation und klareren regulatorischen Linien. In den kommenden Wochen dürften insbesondere die weiteren Schritte beim US‑Marktstrukturgesetz und die Reaktion institutioneller Anleger auf die Korrektur von den Hochs nahe 98.000 US‑Dollar bestimmen, ob Bitcoin seine Seitwärtsphase fortsetzt oder einen neuen Trend ausbildet.

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