Ausgerechnet gute Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt setzen Bitcoin heute unter Druck. Der Zusammenhang klingt paradox, ist aber gut erklärbar.
Besser als erwartete US-Beschäftigungsdaten haben die Renditen am Kapitalmarkt weiter angetrieben. Steigende Zinsen bedeuten: Kapital wird teurer, alternative Anlagen wie Bitcoin verlieren relativ an Attraktivität. Die US-Notenbank Fed, ohnehin schon angesichts steigender Inflation durch den Iran-Konflikt unter Beobachtung, könnte nun länger an ihrem restriktiven Kurs festhalten — oder sogar nachlegen. Kein Wunder, dass Anleger bei risikobehafteten Assets nervös reagieren.
DAT-Firmen unter Druck
Der Kursrückgang trifft besonders jene Unternehmen hart, die Bitcoin systematisch in ihre Bilanzen aufgenommen haben — sogenannte Digital-Asset-Treasury-Firmen (DATs). Strategy ist das bekannteste Beispiel. Ihr Geschäftsmodell setzt auf kontinuierlich steigende Kurse. Seit dem Rekordhoch von rund 126.000 Dollar im Oktober 2025 hat sich der Bitcoin-Kurs inzwischen etwa halbiert. Laut Coinglass sind dabei insgesamt rund 62 Milliarden Dollar an Marktwert verloren gegangen — eine Belastung, die DAT-Bilanzen direkt spürbar macht.
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Bitcoin als Portfoliobaustein
Ungeachtet der aktuellen Schwäche wächst das institutionelle Angebot rund um Bitcoin weiter. Tuttle Capital Management hat einen neuen Multi-Asset-ETF lanciert, der nach dem Vorbild des klassischen „Permanent Portfolio“ aufgebaut ist: Je 25 Prozent entfallen auf Versicherungsaktien, kapitaleffiziente Aktien, harte Werte wie Bitcoin und Edelmetalle sowie kurzlaufende Staatsanleihen. Das Produkt notiert an der Cboe und trägt das Ticker-Kürzel PCPP. Es illustriert, wie fest Bitcoin inzwischen als Portfoliobaustein in institutionellen Produkten verankert ist — auch wenn der Preis gerade unter Druck steht.
Der nächste entscheidende Datenpunkt für Bitcoin dürfte der nächste US-Inflationsbericht sein. Bestätigt er den Aufwärtstrend, steigen die Chancen auf eine anhaltend hawkishe Fed — und damit der Gegenwind für risikoreichere Anlagen.
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