Bitcoin steht kurz vor einem Chartsignal, das es seit über einem Jahr nicht mehr gab. Der 50-Tage-Durchschnitt nähert sich von unten dem 200-Tage-Durchschnitt, ein sogenanntes goldenes Kreuz. Zugleich scheitert der Kurs weiter knapp unter dem Acht-Monats-Hoch.
Schwacher Arbeitsmarkt, hohe Renditen
Nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag stieg Bitcoin im frühen Montagshandel auf bis zu 86.995 Dollar. Das Hoch vom 22. September bei 87.281 Dollar blieb damit knapp außer Reichweite. Am Vormittag notierte die Kryptowährung bei rund 86.200 Dollar, ein leichtes Minus zum Vortag.
Die Gewinne verpufften, weil die Anleiherenditen anzogen. Die dreißigjährige US-Rendite hatte zuletzt den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Solche Niveaus ziehen Kapital in festverzinsliche Anlagen und begrenzen das Potenzial zinsloser Assets wie Bitcoin.
Die Daten stützen allerdings die Erwartung, dass die US-Notenbank bei ihrer Dezember-Sitzung auf eine weitere Zinserhöhung verzichten könnte. Auch der kühle PCE-Preisindex vom 30. September zeigte in diese Richtung.
Was das goldene Kreuz bedeutet
Historisch gilt das Signal als bullisch. Im Oktober 2020 leitete es einen Anstieg von rund 13.600 auf über 64.000 Dollar ein, auch ein Kreuz im November 2023 markierte den Beginn einer kräftigen Aufwärtsbewegung. Eine Garantie liefert es nicht.
Marktbeobachter lesen darin, dass die Rally der vergangenen Monate als strukturell gilt. Sie wird nicht mehr nur als Gegenbewegung nach dem September-Doppelschock aus gescheitertem CLARITY-Gesetz und Zinserhöhung gesehen. Vom Juni-Tief bei knapp 58.000 Dollar hat Bitcoin rund 50 Prozent zugelegt.
Saylors Vision und Altcoin-Rally
Rückenwind kommt auch von der Debatte um Regulierung. Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, hält langfristig einen Markt von 100 Billionen Dollar für möglich. Darin enthalten sind tokenisierte Aktien und digitale Finanzdienste.
Voraussetzung seien bessere Regeln in den USA. Banken sollten Bitcoin verwahren und Kredite gegen hinterlegte BTC vergeben dürfen. Zudem fordert er eine inflationsangepasste Freigrenze bei der Besteuerung kleiner Krypto-Zahlungen.
Am Markt zeigt sich derweil Risikobereitschaft: Cardano legte am Montag knapp 11 Prozent zu. Ein klarer Auslöser war nicht erkennbar. Das Muster passt zu späten Phasen breiter Aufwärtsbewegungen, in denen Nachzügler aufholen.
Der nächste große Makrotermin ist der Oktober-Verbraucherpreisindex Mitte Oktober. Er zeigt, ob der Disinflationstrend anhält. Ein Ausbruch über 87.281 Dollar würde zudem ein neues Acht-Monats-Hoch markieren.
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