Bitcoin hängt knapp über einer technischen Schlüsselmarke fest. Die Kombination aus Mittelabflüssen bei US-Spot-ETFs und den Nachwehen des Binance-Hacks belastet die Stimmung. Heute früh notierte die Kryptowährung bei rund 76.400 Dollar, etwa 4 Prozent unter dem Stand von vor einer Woche.
Abflüsse bei den ETFs
Die US-Spot-ETFs auf Bitcoin hatten zunächst vier Handelstage in Folge Mittel eingesammelt. Dann drehte das Bild. Am Freitag flossen 643 Millionen Dollar ab, der größte Tagesabfluss seit Ende Juni. Am Montag kamen weitere 399 Millionen Dollar hinzu.
Die Jahresbilanz der Zuflüsse liegt dadurch nur noch knapp im Plus. Auch bei Ethereum-ETFs reißen die Abflüsse nicht ab, dort ist es inzwischen der elfte Abflusstag in Folge.
Binance-Hack wirkt nach
Angreifer erbeuteten am 29. Oktober Kryptowerte von rund 6,3 Milliarden Dollar aus den Hot Wallets von Binance. Es ist der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte. Etwa die Hälfte der Summe wurde nach Angaben der Börse eingefroren. Binance will sämtliche Verluste selbst tragen und hat dafür Rücklagen gebildet.
Ermittler machen die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor verantwortlich. Nach der schrittweisen Wiederaufnahme der Auszahlungen zogen Kunden netto rund 4,7 Milliarden Dollar ab, grob drei Prozent der Plattformbestände.
Zusätzliche Unruhe brachte eine Sicherheitswarnung von BTCPay Server. Betreiber älterer Installationen sollten ihre Server abschalten, nachdem Angreifer Bitcoin aus Hot Wallets abgezogen hatten.
Chartmarken und Termine
Technisch kommt es auf die 100-Tage-Linie bei etwa 76.000 Dollar an. Darunter wartet die 200-Tage-Linie bei rund 73.200 Dollar. Für eine Aufhellung des Chartbilds müsste Bitcoin zurück über 80.000 Dollar klettern.
Der Terminkalender ist dicht. Heute wählen die USA den Kongress, was auch für einen neuen Anlauf bei einem Krypto-Gesetz relevant ist. Am Mittwoch folgt der ISM-Index für den Dienstleistungssektor, am Freitag um 14:30 Uhr der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Am 10. November stehen die Verbraucherpreise an. Die Märkte rechnen für Dezember mit einer Zinserhöhung, die Wahrscheinlichkeit liegt bei rund 74 Prozent.
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