Bitwise hebt das Langfristziel für Bitcoin auf 1,6 Millionen Dollar bis 2036 an. Aktuell notiert die Kryptowährung bei rund 80.000 Dollar, ein Plus um das Zwanzigfache wäre also nötig. Kurzfristig dominieren allerdings andere Themen: die Fed, Optionsverfall und die US-Zwischenwahlen.
Langfristprognose trifft auf nervösen Markt
Als Treiber nennt Bitwise die wachsende Nachfrage institutioneller Anleger, das begrenzte Angebot und die Suche nach einem Schutz vor Geldentwertung. Bitcoin soll Aktien auf Sicht deutlich hinter sich lassen.
Auch Bitwise-Chef Hunter Horsley gibt sich optimistisch. Er erklärte den Kryptowinter für beendet, die Baisse habe viele Verkäufer aus dem Markt gedrängt. Ein neues Rekordhoch im kommenden Jahr würde ihn nicht überraschen, wobei er betonte, dies sei nicht die offizielle Hausmeinung des Hauses. Das bisherige Allzeithoch liegt seit Oktober 2025 bei über 126.000 Dollar, der aktuelle Kurs knapp 36 Prozent darunter.
Fed bremst die Stimmung
Der Gegenwind kommt aus der Geldpolitik. Die US-Notenbank ließ den Leitzins zwar wie erwartet bei 4,0 Prozent, zwei der zwölf Mitglieder votierten aber für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Fed-Chef Kevin Warsh gab keine klare Richtung vor.
Die Märkte werten das als Vorstufe einer Zinserhöhung im Dezember. Die Wahrscheinlichkeit liegt nach dem CME FedWatch Tool je nach Abruf bei knapp 80 bis rund 85 Prozent. Höhere Zinsen verteuern Anlagen ohne laufenden Ertrag. Zehnjährige US-Anleihen rentieren zudem wieder über 5 Prozent.
Hinzu kommen schwache Technologiewerte nach Quartalszahlen von Alphabet und Samsung, denen Krypto-Kurse häufig folgen. Bitcoin liegt seit Monatsbeginn rund 4 Prozent im Minus. Marktbeobachter sprechen von einem Abwartemodus, in dem Trader größere Positionen meiden, bis die Fed Klarheit schafft.
Stabiles Fundament unter dem Preis
Ein Blick auf die Käuferstruktur stützt dagegen die Optimisten. Arbitrage-orientierte Hedgefonds haben ETF-Anteile abgestoßen, weil der Ertrag ihrer Handelsstrategie gegenüber Geldmarktanlagen zusammengeschmolzen ist. Staatsfonds und Vermögensverwalter kauften nach. Seit Juni haben die Fonds laut Auswertung der Pflichtmeldungen wieder rund 87.000 Bitcoin aufgebaut, diesmal als reine Kaufpositionen.
Auch die ETF-Zuflüsse drehen: Der Oktober lag zur Monatsmitte noch im Minus, bis Dienstag ist die Bilanz in etwa ausgeglichen.
Die nächsten Termine sind klar gesetzt. Am 30. Oktober verfallen Bitcoin-Optionen im Volumen von 11,7 Milliarden Dollar, am 3. November folgen die US-Zwischenwahlen.
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