Bitcoin kommt am Wochenende nicht vom Fleck. Die Kryptowährung notiert bei rund 75.800 Dollar und damit klar unter der Marke von 80.000 Dollar. Regulatorische Unsicherheit und Sicherheitsprobleme bei großen Plattformen belasten die Stimmung.
Binance verliert Europa-Kunden
Im Mittelpunkt steht Binance. Die Börse schließt bis zum 31. Dezember bestimmte europäische Kundenkonten, nachdem die Übergangsfrist der EU-Kryptoverordnung MiCA ausgelaufen ist. Kunden in Frankreich, Spanien, Italien und Polen berichten von Auszahlungsaufforderungen. Einzahlungen sind für die betroffenen Konten gesperrt, Abhebungen bleiben möglich.
Wer sein Guthaben dennoch dort lässt, zahlt ab dem 29. November eine monatliche Gebühr von 0,025 Prozent, mindestens aber 10 USDC. Eine weitere Gebühr ist nach dem 24. Dezember geplant. Hintergrund: Binance hat bislang keine Lizenz nach dem EU-Rahmen erhalten. Den Antrag in Griechenland zog die Börse im Juni zurück, nun sucht sie die Zulassung in einem anderen Land.
Hack und Personalwechsel
Hinzu kommen die Nachwirkungen des Angriffs vom 29. Oktober. Hacker erbeuteten dabei mehr als 6 Milliarden Dollar über mehrere Blockchains. Die US-Bundespolizei FBI ordnet die Attacke der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu. Binance hat nach eigenen Angaben rund 95 Prozent der betroffenen Mittel aus eigenen Reserven ersetzt und seit dem 2. November die Auszahlungen wieder aufgenommen.
Die Täter tauschten gestohlene Token inzwischen in Bitcoin im Wert von 124 Millionen Dollar. Das ist im Verhältnis zum Marktvolumen überschaubar, zeigt aber, wohin die Beute fließt.
Neun Tage nach dem Hack tritt zudem Finanzchef Kaiser Ng zurück. Nachfolger wird Justin Yek, zuvor beim Zahlungsdienstleister Airwallex. Co-CEO Yi He betont, der Wechsel sei seit einem halben Jahr geplant. Marktbeobachter könnten den Zeitpunkt dennoch kritisch lesen.
Weitere Belastungen
Auch abseits von Binance häufen sich die Meldungen. Die EU richtet eine auf zwölf Monate angelegte Task Force ein, die Umgehungen der Russland-Sanktionen über Kryptowerte verfolgen soll. Der Kartenanbieter Gnosis Pay meldete zudem unbefugten Zugriff auf sein Verbrauchersystem. Betroffen waren Adressen, Kartennummern und verknüpfte Wallets, Kundengelder blieben laut Unternehmen unberührt.
Strategy-Chef Michael Saylor verteidigte parallel die bitcoin-gedeckte Finanzierung des Unternehmens über sogenannte Stretch-Vorzugsaktien.
Über die vergangenen Wochen hat Bitcoin gut 9 Prozent verloren, auf Jahressicht liegt das Minus bei etwa 27 Prozent. Für eine Erholung gilt die Zone um 80.000 Dollar als erste Hürde. Neue Regulierungs- oder Sicherheitsmeldungen von Börsen dürften den Druck vorerst eher erhöhen als mindern.
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