Bitcoin hat einen wichtigen Widerstandsbereich überwunden – begleitet von steigendem Handelsvolumen. Das zuvor angeschlagene Chartbild hat sich dadurch spürbar aufgehellt, eine mögliche Bodenbildung rückt in den Fokus. Die Kryptowährung notiert bei rund 69.500 Dollar, nachdem sie zuletzt mehrfach an ähnlichen Marken gescheitert war.
Hinter dem Ausbruch stehen handfeste Kaufsignale. Große Bitcoin-Halter haben in den vergangenen 60 Tagen netto rund 43.000 Bitcoin im Gegenwert von etwa 2,75 Milliarden Dollar erworben. Parallel dazu meldet der Vermögensverwalter VanEck acht von zwölf klassischen Kapitulations-Signalen im Markt – ein Muster, das historisch eher schwache Renditen über die folgenden drei bis sechs Monate zur Folge hatte.
Ruhe vor dem Sturm?
Der Vermögensverwalter Fundstrat sieht die Lage anders: Die Volatilität der vergangenen 30 Tage lag nahe historischen Tiefständen. In acht vergleichbaren Phasen der Vergangenheit bewegte sich Bitcoin in den folgenden 60 Tagen im Median um gut 30 Prozent – wobei die Richtung jedes Mal offen war.
Vier Episoden endeten mit Kursgewinnen, vier mit Verlusten. Als möglicher Auslöser für die nächste große Bewegung gelten steigende langfristige Realrenditen, die Risikoanlagen gegenüber verzinslichen Anlagen unattraktiver machen könnten.
Die extrem niedrige Schwankungsbreite der letzten Wochen könnte demnach bald einer deutlich lebhafteren Phase weichen – in welche Richtung, bleibt laut Fundstrat unklar.
Ein-Million-Dollar-Ziel unter Beschuss
Während Krypto-Befürworter wie Coinbase-Chef Brian Armstrong, Twitter-Mitgründer Jack Dorsey und ARK-Invest-Chefin Cathie Wood einen Anstieg auf bis zu eine Million Dollar bis 2030 für möglich halten, widerspricht Markus Thielen von 10x Research deutlich. Er bezeichnet dieses Ziel als mathematisch unrealistisch.
Seiner Rechnung nach waren rund eine Billion Dollar an Kapitalzuflüssen über 15 Jahre nötig, um Bitcoin auf das heutige Bewertungsniveau zu heben. Für einen Sprung auf eine Million Dollar wären zusätzlich etwa 15 Billionen Dollar erforderlich – ungefähr ein Viertel des gesamten US-Aktienmarkts, das binnen vier Jahren in einen einzigen Vermögenswert fließen müsste.
Schon eine Rückkehr auf 100.000 Dollar wäre unter den aktuellen Bedingungen ein großer Erfolg, so Thielen. Eine Million hält er langfristig zwar nicht für ausgeschlossen, aber nur im Falle einer schweren Kreditkrise oder eines grundlegenden Umbruchs im Finanzsystem.
Der jüngste Ausbruch über den Widerstand liefert damit zwar ein positives technisches Signal, die fundamentale Debatte über Bitcoins langfristiges Kurspotenzial bleibt jedoch gespalten. Kurzfristig dürfte sich zeigen, ob sich das höhere Handelsvolumen als tragfähige Basis für eine nachhaltige Bodenbildung erweist oder ob die von VanEck registrierten Kapitulations-Signale die Oberhand behalten.
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