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Bitcoin: Alteigner drücken die Marke

Bitcoin fällt unter 63.000 Dollar, belastet durch Verkäufe langfristiger Halter und geopolitische Spannungen. Erste Anzeichen einer Bodenbildung zeichnen sich ab.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Alteigner verkaufen mit Verlust
  • Geopolitische Spannungen dämpfen Risikoappetit
  • Bitcoin-ETFs verzeichnen leichte Zuflüsse
  • Erste Signale für Bodenbildung

Bitcoin kämpft an diesem Freitag erneut mit der Marke von 63.000 Dollar. Der Kurs liegt damit rund 50 Prozent unter dem Rekordhoch von 126.080 Dollar aus dem Oktober vergangenen Jahres. Zwei Kräfte ziehen in dieselbe Richtung: Langfristige Halter trennen sich weiter mit Verlust von ihren Coins, während geopolitische Spannungen den Risikoappetit weltweit dämpfen.

Alteigner dominieren die Verkaufsseite

Laut Onchain-Daten von Glassnode stammen derzeit mehr als 65 Prozent der Coins, die auf Handelsplätze fließen, von langfristigen Haltern, die ihre Position mit Verlust auflösen. Das Muster erinnert an frühere Bärenmarktphasen, in denen genau diese Gruppe die Verkaufsseite dominierte, bevor sich der Druck erschöpfte. Hashkey-Analyst Tim Sun beobachtet auf der Kette dasselbe Bild: Investoren, die seit ein bis zwei Jahren halten, akzeptieren zunehmend ihre Verluste und steigen aus.

Diese Welle hat die jüngste Erholung gebremst — selbst nachdem ein überraschend schwacher US-Inflationsbericht kurzzeitig für Auftrieb gesorgt hatte.

Geopolitik und Optionsverfall verschärfen den Druck

Neue US-Luftangriffe auf Ziele im Iran und wachsende Spannungen zwischen Washington und Peking haben die Stimmung an den Risikomärkten zusätzlich eingetrübt. Capital.com-Analystin Daniela Hathorn ordnet die Bewegung als „breite Risikoaversion“ ein, nicht als Zeichen sich verschlechternder Krypto-Fundamentaldaten.

Der Kurs war am Mittwoch bereits unter die 64.500-Dollar-Marke gerutscht — ein Niveau, das durch eine dichte Cluster von Put-Optionen als kurzfristige Unterstützung gedient hatte. Das Zwischentief lag bei 62.640 Dollar.

Verschärft wird die Lage durch den Terminmarkt: Am Freitag verfallen Bitcoin- und Ether-Optionen im Gesamtwert von 1,4 Milliarden Dollar, davon entfallen rund 1,2 Milliarden Dollar auf Bitcoin. Größere Verwerfungen am Spotmarkt löst dieses Volumen laut Marktbeobachtern zwar kaum aus, dürfte die Nervosität aber zusätzlich anheizen.

ETFs kehren zögerlich zurück

Nach einem Abfluss von 425 Millionen Dollar am Montag verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs am Dienstag und Mittwoch wieder Zuflüsse von 181 Millionen beziehungsweise 108 Millionen Dollar. Sun bezeichnet das als „marginale Erholung“, die den Markt bislang nicht stabilisieren konnte.

Seit ihrem Start im Jahr 2024 haben die Fonds zusammen rund 51 Milliarden Dollar eingesammelt. Hathorn liest die jüngste Wende konstruktiver: Die Rückkehr zu Zuflüssen nach einer Abflussphase deute darauf hin, dass langfristig orientierte Investoren allmählich zurückkehren.

Parallel dazu wächst das institutionelle Engagement jenseits der ETFs. Citadel Securities investierte 400 Millionen Dollar in die Kryptobörse Crypto.com und bewertete das Unternehmen damit erstmals mit 20 Milliarden Dollar — die erste institutionelle Finanzierungsrunde in der Firmengeschichte. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Bitcoin auf Jahressicht bereits rund 28 Prozent verloren hat, was zeigt, dass Wall Street ihr strategisches Interesse an der Krypto-Infrastruktur trotz schwacher Kurse nicht zurückfährt.

Erste Hinweise auf eine Bodenbildung

Sowohl Sun als auch Glassnode sehen erste Anzeichen, dass die intensivste Verkaufswelle der Alteigner ihren Höhepunkt erreicht haben könnte, da die realisierten Verluste auf der Kette zurückgehen. Ohne einen größeren externen Schock dürfte sich der Rückgang laut Sun in Grenzen halten — die Kombination aus nachlassendem Verkaufsdruck und einem Derivatemarkt ohne übermäßige Hebelpositionen könnte Bitcoin einen „unruhigen Boden“ bescheren. Bis der Anteil der Alteigner-Verkäufe an den Exchange-Zuflüssen spürbar sinkt, bleibt diese Gruppe nach Einschätzung von Glassnode die bestimmende Kraft im Markt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.