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Bitcoin: 59.100 Dollar markieren Jahrestief

Bitcoin fällt auf Jahrestief, erholt sich aber schnell. Starke US-Jobdaten und ETF-Abflüsse belasten den Markt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch auf 59.100 Dollar
  • Liquidierungswelle bei Long-Positionen
  • US-Jobdaten senken Zinssenkungserwartungen
  • Gemischte Signale von institutionellen Anlegern

Vom Jahrestief zurück über 63.000 Dollar — Bitcoin hat in wenigen Tagen eine bemerkenswerte Erholung hingelegt. Ob sie trägt, ist eine andere Frage.

Am Freitag, dem 5. Juni, fiel der Kurs auf 59.100 Dollar — den tiefsten Stand des Jahres. Der Einbruch löste eine Liquidierungswelle aus: Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von rund 1,6 bis 1,8 Milliarden Dollar zwangsgeschlossen. Den größten Teil davon trafen Long-Trader, die auf steigende Kurse gesetzt hatten.

Starke US-Jobdaten als Auslöser

Der eigentliche Schock kam aus Washington. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen — doppelt so viele wie die erwarteten 85.000. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen daraufhin spürbar. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung im Juni fiel von 32 auf nur noch 8 Prozent.

Für Bitcoin war das ein doppelter Treffer. Der Kurs rutschte unter das Niveau vom US-Wahltag im November 2024. Das bedeutet: Der gesamte Kursaufstieg, den Anleger dem sogenannten Trump-Trade zuschrieben, ist ausradiert. Vom Allzeithoch bei 126.080 Dollar im Oktober 2025 ist Bitcoin aktuell fast 50 Prozent entfernt.

Hinzu kommt ein symbolischer Einschnitt: Strategy — ehemals MicroStrategy — verkaufte erstmals seit 2022 Bitcoin, wenn auch nur 32 BTC. Der Wochenverlust von 17,3 Prozent war der größte seit dem FTX-Kollaps.

Institutionelle Signale: gemischt

Trotz des Kurseinbruchs zeigt das institutionelle Lager kein einheitliches Bild. Morgan Stanley startete über seine E*Trade-Plattform einen Krypto-Handelspiloten für rund 8,6 Millionen Kunden — mit einer Transaktionsgebühr von 50 Basispunkten. Am 5. Juni verzeichnete der Morgan Stanley Bitcoin Trust Zuflüsse von knapp 9,9 Millionen Dollar.

Auf der anderen Seite: US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten an demselben Tag Abflüsse von insgesamt 326 Millionen Dollar. Über 13 aufeinanderfolgende Handelstage von Mitte Mai bis Anfang Juni summierten sich die Abflüsse auf rund 4,4 Milliarden Dollar.

Im Mining-Sektor meldete American Bitcoin Corp. — hinter der Eric Trump steht — einen Bestand von über 7.300 BTC. Die Förderkosten sanken im ersten Quartal auf 36.000 Dollar je Bitcoin.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der RSI liegt bei 18 — tief im überverkauften Bereich. Der Kurs notiert rund 19 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. On-Chain-Daten zeigen, dass etwa 10,46 Millionen BTC derzeit mit Buchverlusten gehalten werden.

Die Erholung von 59.100 auf über 63.000 Dollar vollzog sich schneller als in früheren Marktzyklen. Ob das ein Zeichen echter Stärke ist oder nur eine technische Gegenbewegung, wird sich spätestens zeigen, wenn die nächsten US-Inflationsdaten Ende Juni die Zinspolitik der Fed neu einpreisen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.