Extreme Angst trifft auf massive Kaufwut. Während Kleinanleger derzeit vor weiteren Kursverlusten zittern, schlagen Großinvestoren am Kryptomarkt im Rekordtempo zu. Bitcoin zeigt nach einer Phase heftiger Abverkäufe erste deutliche Anzeichen einer Bodenbildung.
Institutionelles Comeback und Short Squeeze
Die Stimmung unter professionellen Investoren ist am 10. Juli spürbar gekippt. Den US-Spot-ETFs flossen netto rund 90 Millionen US-Dollar zu. Allein der IBIT-Fonds von BlackRock verzeichnete dabei Zuflüsse von über 86 Millionen US-Dollar. Damit endete eine lange Phase, in der Anleger massiv Kapital aus den Bitcoin-Produkten abgezogen hatten.
Der Preissprung zurück über die Marke von 63.000 US-Dollar wurde zusätzlich durch technische Faktoren beschleunigt. Binnen 24 Stunden wurden Short-Positionen im Wert von etwa 165 Millionen US-Dollar zwangsliquidiert. Dieser Squeeze trieb den Kurs kurzzeitig bis auf 64.000 US-Dollar, bevor eine Konsolidierung einsetzte.
Aktuell notiert die Kryptowährung bei 63.220 US-Dollar. Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Minus von fast 29 Prozent belastet. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei über 126.000 US-Dollar ist weiterhin beträchtlich.
Rekordkäufe trotz extremer Marktangst
On-Chain-Daten offenbaren eine scharfe Kluft zwischen Marktstimmung und Handelsaktivität. Der „Fear and Greed Index“ steht bei einem Wert von 25 — ein Niveau, das extreme Angst signalisiert. Parallel dazu kauften sogenannte Whales in nur 14 Tagen rund 270.000 Bitcoin hinzu.
Diese Käufe haben einen Gegenwert von etwa 16,7 Milliarden US-Dollar. Es handelt sich um das schnellste Akkumulationstempo des laufenden Jahres. Die Bestände an den Kryptobörsen sanken derweil auf ein Siebenjahrestief. Die großen Halter ziehen ihre Bestände offenbar massiv in die Eigenverwahrung ab, was das verfügbare Angebot verknappt.
Politische Deadline in Washington
In Washington wächst der Zeitdruck für eine klare gesetzliche Regelung. Senatorin Cynthia Lummis drängt auf eine Verabschiedung des „CLARITY Acts“ vor der Sommerpause am 8. August. Ohne diesen Rahmen drohen Jahre der Rechtsunsicherheit für den digitalen Sektor.
Die Entscheidung rückt nun näher. In der Woche des 20. Juli wird eine Abstimmung im US-Senat über das Gesetzespaket erwartet. Parallel dazu dürften die neuen US-Inflationsdaten am 14. Juli und die Zinssitzung der Federal Reserve am 28. und 29. Juli die kurzfristige Richtung vorgeben.
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