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Symbolbild, KI-generiert

BioNTech Aktie: Umsatzprognose von 2,3 auf 1,9 Milliarden gekürzt

BioNTech meldet im zweiten Quartal hohe Verluste und reduziert die Umsatzprognose. Bilanz, Rückkauf und FDA-Zulassung stützen den Konzern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz im zweiten Quartal eingebrochen
  • Jahresprognose auf 1,6 bis 1,9 Milliarden gesenkt
  • Liquidität erreicht 16,6 Milliarden Euro
  • FDA genehmigt angepassten Comirnaty-Impfstoff

BioNTech hat seine Jahresprognose kräftig zurückgeschraubt. Am 4. August legte das Mainzer Unternehmen Zahlen für das zweite Quartal vor, die den Ernst der Lage zeigen: Der Umsatz brach auf 105,6 Millionen Euro ein, verglichen mit 260,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 820,8 Millionen Euro, bereinigt 562,3 Millionen Euro. Der Verlust je Aktie belief sich auf 3,24 Euro, bereinigt auf 2,22 Euro.

Als Konsequenz kappte das Management die Umsatzprognose für das laufende Jahr von zuvor 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro auf nunmehr 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro. Auch die bereinigte Forschungs- und Entwicklungsguidance wurde gesenkt, auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Die Kosten für Vertrieb und Verwaltung sollen dagegen unverändert bei 700 bis 800 Millionen Euro liegen.

BioNTech begründet die schwachen Halbjahreszahlen unter anderem damit, dass der Großteil des Jahresumsatzes erst in der zweiten Jahreshälfte anfallen soll – darunter eine Kollaborationszahlung von Bristol Myers Squibb in Höhe von 613 Millionen Euro, die für das dritte Quartal erwartet wird.

Bilanz bleibt solide, Rückkaufprogramm läuft

Trotz der roten Zahlen verfügt BioNTech über eine komfortable Liquiditätsausstattung. Zum Stichtag summierten sich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapieranlagen auf 16,6 Milliarden Euro.

Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu einer Milliarde Dollar, mit dem das Unternehmen dem Kapitalmarkt Vertrauen in die eigene Bewertung signalisiert. Diese finanzielle Reserve dürfte auch erklären, warum die Aktie trotz der Prognosekürzung nicht nachhaltig unter Druck geriet – die Substanz der Bilanz federt schlechte operative Nachrichten ab.

FDA-Zulassung stützt das Impfstoffgeschäft

Auf der regulatorischen Seite gab es Ende August eine positive Nachricht: Am 27. August erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA die ergänzende Zulassung für die COVID-19-Impfstoffformel Comirnaty XFG von Pfizer und BioNTech für die Saison 2026/2027. Der an die XFG-Variante angepasste Impfstoff ist für Erwachsene ab 65 Jahren sowie für Personen zwischen 5 und 64 Jahren mit Risikofaktoren zugelassen.

Die Auslieferung an Apotheken, Kliniken und Praxen in den USA begann unmittelbar nach der Zulassung. Für BioNTech ist das Impfstoffgeschäft nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle, auch wenn der Fokus des Unternehmens zunehmend auf der Onkologie liegt.

Patentstreit belastet im Hintergrund

Zusätzliche Unsicherheit bringt ein juristischer Konflikt mit sich, der bereits am 16. Juli seinen Ausgang nahm: Arbutus Biopharma und Genevant Sciences reichten damals weitere Patentklagen gegen Pfizer und BioNTech wegen der Lipid-Nanopartikel-Technologie in den COVID-19-Impfstoffen ein, sowohl in Kanada als auch vor dem Einheitlichen Patentgericht in Europa.

Die Kläger streben Unterlassungsverfügungen sowie finanzielle Entschädigungen an. Die neuen Verfahren erweitern einen bereits laufenden Rechtsstreit in den USA und könnten mittelfristig zusätzliche Kosten oder Lizenzzahlungen nach sich ziehen.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse hat sich die Aktie von den negativen Nachrichten der vergangenen Wochen weitgehend erholt. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 89,55 Euro, nach einem Anstieg von 1,2 Prozent auf Tagessicht und einem Plus von 12 Prozent auf Monatssicht. Damit notiert das Papier weiterhin rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro vom 22. Januar, hat sich aber deutlich von seinem Jahrestief im März abgesetzt.

Anleger scheinen die Kombination aus solider Bilanz, laufendem Rückkaufprogramm und der bevorstehenden Führungswende unter dem künftigen CEO Guido Oelkers stärker zu gewichten als die kurzfristigen operativen Rückschläge.

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Diskussion zu BioNTech

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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