BioNTech steht vor einer ungewöhnlich dichten Woche. Am Dienstag folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026 — und parallel läuft ein Patentstreit mit Moderna, der die Branche beschäftigt. Ein Analyst bekräftigte zuletzt sein Kursziel von 130 Dollar und setzt dabei vor allem auf das Onkologie-Portfolio.
Quartalszahlen unter der Lupe
Für 2026 erwartet BioNTech einen Umsatz zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen rechnet mit leicht sinkenden COVID-Impfstofferlösen gegenüber dem Vorjahr. Einnahmen aus Krebsmedikamenten plant es für dieses Jahr nicht ein.
Analysten werden deshalb vor allem auf den Cashverbrauch und den Fortschritt der Pipeline schauen. Die Liquiditätsbasis ist komfortabel: Ende 2025 hielt BioNTech rund 17,2 Milliarden Euro in Kasse und Wertpapieren.
Patentstreit mit Moderna
Im Februar reichte BioNTech in Delaware Klage gegen Moderna ein. Der Vorwurf: Modernas COVID-Impfstoff mNEXSPIKE verletzt ein BioNTech-Patent auf ein mRNA-Design, das nur relevante Teile des Spike-Proteins nutzt — statt der vollständigen Version. Das erlaubt eine niedrigere Dosierung.
Moderna erwartet, dass mNEXSPIKE rund 55 Prozent seiner COVID-Impfstofferlöse in der Saison 2025/2026 ausmacht. BioNTech fordert Schadensersatz, beantragt aber keine einstweilige Verfügung. Das ist bemerkenswert — ein Verkaufsstopp ist offenbar nicht das Ziel.
Der Streit ist nicht einseitig. Moderna hatte BioNTech und Partner Pfizer bereits 2022 wegen Comirnaty verklagt. Dieses Verfahren läuft noch.
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Onkologie als Wachstumswette
Der eigentliche Kurstreiber soll die Krebspipeline werden. BioNTech plant 2026 den Start von sechs weiteren Phase-3-Studien — auf insgesamt 15. Außerdem erwartet das Unternehmen sieben Datenpakete aus späten Studienphasen.
Im Mittelpunkt steht pumitamig, ein bispezifischer Immunmodulator. Er kombiniert PD-L1-Hemmung und VEGF-A-Neutralisierung und wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt. BMO Capital Markets schreibt, mit acht Zulassungsstudien in der Onkologie könnte BioNTech „innerhalb des Jahrzehnts zu einem kommerziellen Krebsunternehmen werden“.
Frühe Daten zum Lungenkrebsmittel gotistobart zeigen ebenfalls Potenzial. In einer Phase-3-Vorstudie sank das Sterberisiko bei Plattenepithelkarzinom-Patienten um 54 Prozent gegenüber Standardchemotherapie. Die eigentliche Zulassungsstudie läuft.
Hinzu kommt trastuzumab pamirtecan, ein HER2-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das BioNTech mit Duality Biologics entwickelt. Phase-2-Daten bei fortgeschrittenem Endometriumkarzinom fielen positiv aus. Die FDA hat dem Mittel Fast-Track- und Breakthrough-Therapy-Status verliehen. Eine Zulassungseinreichung ist für 2026 geplant.
Führungswechsel als Unsicherheitsfaktor
Über allem schwebt ein Personalthema. Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen BioNTech bis Ende 2026. Der Aufsichtsrat sucht Nachfolger. Die Suche läuft — ein Ergebnis steht noch aus.
Kritische Stimmen sehen darin ein Risiko. Ausgerechnet in einem Jahr mit so vielen wichtigen Datenpaketen fehlt die Führungskontinuität. Ob das die Ausführung der Pipeline bremst, wird sich spätestens zeigen, wenn die ersten Phase-3-Ergebnisse vorliegen — mehrere davon noch in diesem Jahr.
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