Am Freitag verzeichnete die BioNTech-Aktie einen Kursrückgang von 3,0 Prozent auf 78,05 Euro. Auslöser der Abgaben war das Ergebnis zur klinischen Entwicklung des Wirkstoffkandidaten BNT113. In der Phase-2/3-Studie AHEAD-MERIT verfehlte die Kombination aus BNT113 und Pembrolizumab ihr primäres Ziel.
Bei Patienten mit HPV16-positivem Kopf-Hals-Krebs zeigte sich keine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens gegenüber einer alleinigen Gabe von Pembrolizumab.
Für den Markt wiegt ein verfehlter primärer Endpunkt schwer, da das progressionsfreie Überleben als wichtiger erster Indikator für den therapeutischen Nutzen gilt. Dennoch greift ein vorschneller Abgesang auf das Programm meines Erachtens zu kurz.
Die Studie wird planmäßig fortgesetzt, um das Gesamtüberleben der Patienten zu ermitteln. Erst dieser Parameter liefert den entscheidenden Nachweis über einen dauerhaften Nutzen der Kombinationstherapie. Das Projekt bleibt damit im Rennen, auch wenn der verfehlte Zwischenschritt die Erwartungen spürbar dämpft.
Analysten werten den Rückschlag gelassen
Die Reaktion der Experten fällt entsprechend differenziert aus. Medienberichten zufolge senkten die Analysten von Canaccord Genuity am Mittwoch ihr Kursziel für BioNTech von US$136 auf US$132. Zugleich behielt das Analysehaus die Einstufung mit „Buy“ bei.
Dass die Zielsenkung denkbar moderat ausfällt, unterstreicht die Haltung der Experten. Der Rückschlag bei der AHEAD-MERIT-Studie verlangt zwar eine Anpassung der Annahmen, entzieht der Pipeline jedoch keineswegs das Fundament.
Aus meiner Sicht spiegelt dieses Vorgehen die Besonderheiten der Onkologie-Forschung treffend wider. Rückschläge bei einzelnen Zwischenzielen gehören in der klinischen Entwicklung zum Alltag.
Anleger neigen an den Finanzmärkten allerdings dazu, enttäuschende Teildaten überzubewerten und bestehende Chancen vorschnell abzuschreiben. Für eine fundierte Einordnung kommt es vor allem darauf an, wie widerstandsfähig die übergeordnete Strategie gegenüber solchen Verzögerungen bleibt.
Neubewertung verändert das Chance-Risiko-Gefüge
Mit dem jüngsten Kursverlust notiert die Aktie mittlerweile 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Dieser deutliche Abstand verdeutlicht, wie viel Pessimismus der Markt bereits verarbeitet hat. Unterm Strich halte ich den Kursabschlag für überzogen.
Durch die Fortführung der Studie zur Messung des Gesamtüberlebens besitzt BioNTech weiterhin die Chance auf eine späte Bestätigung des therapeutischen Ansatzes. Kurzfristig dürften zwar Schwankungen dominieren, doch für geduldige Marktbeobachter bietet das ermäßigte Bewertungsniveau ein wieder deutlich ausgewogeneres Chancen-Risiko-Verhältnis.
Stand heute, 18. Oktober: BioNTech – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in BioNTech investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 18. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
