Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech verliert seine prägenden Köpfe. Die Architekten des Corona-Impfstoffs, Ugur Sahin und Özlem Türeci, verlassen den Konzern, um ein neues mRNA-Projekt zu starten. Dieser überraschende Führungswechsel trifft auf eine Phase, in der das Unternehmen mit sinkenden Umsätzen kämpft und den riskanten Umbau hin zur Onkologie bewältigen muss.
Am Dienstag kündigten CEO Ugur Sahin und Chief Medical Officer Özlem Türeci an, bis Ende des Jahres ihre Ämter niederzulegen. Sie planen die Gründung eines unabhängigen Unternehmens für neuartige mRNA-Innovationen. BioNTech wird im Gegenzug für Technologierechte eine Minderheitsbeteiligung erhalten, jedoch keine laufende finanzielle Unterstützung leisten. Die Ankündigung riss ein tiefes Loch in die Bewertung: Der Kurs brach zeitweise um mehr als 20 Prozent ein und markierte bei 72,50 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Anleger sorgen sich um ein Führungsvakuum in einer ohnehin kritischen Transformationsphase.
Milliardenpolster für den Onkologie-Umbau
Neben der Personalie verarbeitete der Markt die Geschäftszahlen für 2025. Eine nachlassende Nachfrage nach Covid-19-Vakzinen drückte den Jahresumsatz auf 2,87 Milliarden Euro und führte zu einem Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro. Dennoch verfügt das Unternehmen mit Barreserven von 17,24 Milliarden Euro über ein massives finanzielles Fundament.
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Dieses Kapital fließt nun in eine aggressive Forschungsstrategie. Bis Ende 2026 plant BioNTech 15 laufende Phase-3-Studien im Bereich der Krebsmedizin. Die Ende 2025 abgeschlossene Übernahme von CureVac stärkt dabei die technologische Basis bei der mRNA-Entwicklung. Allerdings gibt es auch Verzögerungen, etwa beim personalisierten Neoantigen-Projekt Autogene Cevumeran, dessen Datenpräsentation nach hinten verschoben wurde.
Analysten passen Kursziele an
Die Wall Street reagierte prompt auf die Doppel-Nachricht. Mehrere Analysten passten ihre Bewertungsmodelle an, behielten aber ihre positiven Grundhaltungen bei:
- Clear Street: Kursziel von 181 auf 167 US-Dollar gesenkt (Rating: „Buy“)
- Jefferies: Kursziel auf 138 US-Dollar reduziert (Rating: „Buy“)
- Leerink Partners: Verweist auf Unsicherheiten, sieht den Wechsel aber als logischen Schritt für ein reiferes Unternehmen
Nach dem ersten Abverkauf setzte zur Wochenmitte eine leichte Erholung ein, die sich bis zum Freitagsschlusskurs von 79,60 Euro fortsetzte. Ein verbindlicher Vertrag über die Ausgründung der beiden Gründer soll bis zum Ende des ersten Halbjahres 2026 unterzeichnet werden. Bis dahin muss der Aufsichtsrat Nachfolger präsentieren, die den kapitalintensiven Ausbau der Onkologie-Pipeline nahtlos fortsetzen können.
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