Der Übergang vom Impfstoffhersteller zum Onkologie-Spezialisten erweist sich für BioNTech als steinig. Während das Unternehmen seine pandemiebedingten Überkapazitäten abbaut, wachsen am Markt die Zweifel an der wichtigsten Krebstherapie-Studie für das laufende Jahr. Eine aktuelle Analysteneinschätzung legt den Finger auf genau diese Wunde und dämpft die kurzfristigen Erwartungen.
Auslöser der jüngsten Vorsicht ist eine Studie von Leerink Partners. Die Experten senkten ihr Kursziel von 113 auf 94 US-Dollar. Ursache ist eine skeptischere Sicht auf das Onkologie-Programm rund um den Antikörper Gotistobart. Nach neuen klinischen Daten schätzen die Analysten die Erfolgswahrscheinlichkeit in der entscheidenden Phase-3-Studie (PRESERVE-003) bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs geringer ein. Diese Studienergebnisse gelten als der wichtigste interne Kurstreiber für das Jahr 2026. An der Börse spiegelt sich diese Unsicherheit wider: Mit einem gestrigen Schlusskurs von 78,00 Euro notiert das Papier gut neun Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Umbau und Studienabbruch
Abseits der Krebsforschung bereitet auch das ursprüngliche Kerngeschäft Probleme. BioNTech und Partner Pfizer mussten eine große US-Studie für einen angepassten Corona-Impfstoff bei gesunden Erwachsenen abbrechen, da sich nicht genügend Teilnehmer fanden. Diese Daten wären für eine von der US-Gesundheitsbehörde FDA geforderte Bestätigung des Nutzens einer Auffrischungsimpfung nötig gewesen.
Parallel dazu treibt das Management den Abbau von Überkapazitäten aus der Pandemiezeit voran. Am Montag kündigte das Unternehmen an, sein erst 2022 erworbenes Werk in Singapur bis Februar 2027 zu schließen. Der Schritt betrifft 85 Mitarbeiter und ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms, das Einsparungen von drei Milliarden US-Dollar vorsieht. Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen war zuletzt so stark gesunken, dass die Anlage nicht mehr benötigt wird.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BioNTech?
Warten auf die neue Führung
Der finanzielle Spielraum für diesen Umbau ist mit Barreserven von rund 17,2 Milliarden Euro am Ende des Jahres 2025 komfortabel. Das ist auch nötig, denn für 2026 rechnet BioNTech mit einem Umsatzrückgang von etwa 25 Prozent auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Die neuen Onkologie-Produkte werden im laufenden Jahr noch keine kommerziellen Erlöse abwerfen.
Ein entscheidender Faktor für die künftige Ausrichtung wird die anstehende Neubesetzung der Führungsspitze nach dem angekündigten Rückzug des Gründer-Duos. Laut Leerink könnte die Ernennung eines starken neuen CEOs dem Kurs neue Impulse verleihen. Generell gehen die Meinungen der Experten bei der Bewertung der Aktie derzeit weit auseinander:
- Clear Street: 167 US-Dollar
- H.C. Wainwright: 130 US-Dollar
- BMO Capital: 128 US-Dollar
- Leerink Partners: 94 US-Dollar
Die kommenden Monate bieten konkrete Termine für die weitere strategische Ausrichtung. Auf der Hauptversammlung am 15. Mai stimmen die Aktionäre über die Erweiterung des Aufsichtsrats auf acht Mitglieder ab, um mehr Expertise in den Bereichen Onkologie und Vermarktung an Bord zu holen. Zudem liefert das für Mai geplante Treffen des FDA-Beratungsausschusses die verbindlichen Vorgaben für die Zusammensetzung der Corona-Impfstoffe für den kommenden Herbst.
BioNTech-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BioNTech-Analyse vom 9. April liefert die Antwort:
Die neusten BioNTech-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BioNTech-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BioNTech: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
