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BioNTech Aktie: Moderna interessiert an drei Werken

BioNTech erringt juristischen Erfolg gegen Promosome, während Verhandlungen über einen Verkauf deutscher Produktionsstätten an Moderna laufen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Patentsieg gegen US-Biotechfirma Promosome
  • Moderna zeigt Interesse an BioNTech-Werken
  • Aktienkurs zeigt sich wenig beeindruckt
  • Zukunft hängt von Berufung und Politik ab

Ein Gericht in München bringt BioNTech gute Nachrichten, während im Hintergrund ein ganz anderes Geschäft brodelt. Das Einheitliche Patentgericht hat die US-Biotechfirma Promosome in einem Streit um den Corona-Impfstoff Comirnaty abgewiesen. Der Erfolg fällt in eine Woche, die sonst von Restrukturierung und Werksschließungen geprägt war.

Gericht erklärt Patent für ungültig

Die Richter kippten das strittige mRNA-Patent für Deutschland, Frankreich und Schweden. Promosome hatte zwar das Recht, überhaupt zu klagen – das Gericht bestätigte eine exklusive Lizenz nach Artikel 47(2) der Einheitspatentgerichtsvereinbarung. Bei der eigentlichen Sache scheiterte die Firma aber gleich doppelt.

Erstens fehlte dem Patent die Neuheit. Zweitens hätte Promosome selbst bei gültigem Patent keine Verletzung nachweisen können. Die vorgelegten Experimente zeigten laut Urteil nicht, dass BioNTech und Pfizer tatsächlich die geforderten sekundären Startcodons verändert hatten – der beobachtete Anstieg der Proteinproduktion ließ sich genauso gut mit klassischer Codon-Optimierung erklären.

Ob Promosome in Berufung geht, ist offen. Ein Rückzug ist bei diesem Unternehmen kein Novum: In den USA hatte die Firma eine Parallelklage gegen BioNTech und Pfizer vor einem kalifornischen Bundesgericht bereits im Oktober zurückgezogen – und zwar so, dass eine erneute Klage ausgeschlossen ist. Comirnaty steht ohnehin im Dauerbeschuss der Patentanwälte: Moderna und CureVac hatten den Impfstoff bereits europaweit angegriffen, im vergangenen Sommer zog auch GSK gegen Moderna, BioNTech und Pfizer vor das Einheitspatentgericht.

Moderna will BioNTech-Werke übernehmen

Parallel zum Gerichtssieg verhandelt BioNTech offenbar über den Verkauf mehrerer deutscher Produktionsstandorte. Die eigentlich zur Schließung vorgesehenen Werke haben einen prominenten Interessenten gefunden. Moderna-Chef Stéphane Bancel bestätigte gegenüber dem Handelsblatt, dass sein Unternehmen an einer Übernahme interessiert ist.

BioNTech hatte im Juni einen tiefen Einschnitt im Produktionsnetzwerk angekündigt. Der Konzern will drei Werke in Deutschland – Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen – sowie einen Standort in Singapur bis Ende 2027 schließen. Rund 1.860 Arbeitsplätze stehen zur Disposition.

Bancel beschreibt die mögliche Übernahme als pragmatische Lösung. Eine passende Partnerschaft mit der Bundesregierung vorausgesetzt, wäre die Übernahme bestehender Anlagen für Moderna attraktiver als ein Neubau in Deutschland. Der Konzern würde dabei auch BioNTech-Beschäftigte übernehmen. Ganz ohne Risiko ist der Plan aber nicht: Der Deal hängt an einer Einigung mit Berlin – und die Bundesregierung schreckt mit ihren geplanten Gesundheitsreformen gerade selbst Investoren ab. Eli Lilly und Boehringer Ingelheim haben ihre Ausbaupläne in Deutschland deshalb bereits überdacht.

Aktie bewegt sich seitwärts

An der Börse hinterließ die Nachrichtenlage bislang kaum Spuren. BioNTech schloss die Woche bei 80,20 Euro, ein Minus von 1,41 Prozent allein am Freitag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,86 Prozent zu Buche, während sich die Aktie über 30 Tage um 7,36 Prozent erholt hat.

Der Kurs liegt damit nah am 50-Tage-Durchschnitt von 79,38 Euro, aber spürbar unter dem 200-Tage-Schnitt von 85,13 Euro. Zum Jahreshoch von 105,80 Euro im Januar fehlen noch 24,20 Prozent, zum März-Tief bei 68,35 Euro beträgt der Puffer 17,34 Prozent. Der RSI von 48,5 signalisiert eine neutrale technische Lage, die Volatilität bleibt mit knapp 29 Prozent auf Jahressicht erhöht.

Zwei Fragen bestimmen die kommenden Wochen: Legt Promosome Berufung ein, und findet Moderna eine Einigung mit der Bundesregierung über die Werksübernahme? Beide Antworten dürften mitentscheiden, ob sich das operative Umfeld für BioNTech tatsächlich entspannt.

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