BioNTech hat seinen Auftritt beim ASCO-Jahreskongress in Chicago abgeschlossen — und dabei mehr geliefert als erwartet. Neben dem bereits bekannten Lungenkrebskandidaten pumitamig rückte ein zweiter Wirkstoff in den Vordergrund: gotistobart, ein Immunmodulator gegen platinresistenten Eierstockkrebs.
Zwei Datenpakete, ein gemeinsames Signal
Die Phase-2-Daten für gotistobart zeigen dauerhaftes Gesamtüberleben bei Patientinnen, die kaum noch Behandlungsoptionen haben. Platinresistenter Eierstockkrebs gilt als besonders schwer therapierbar — entsprechend groß ist die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse.
Bereits früher in der Woche hatte BioNTech Daten aus der ROSETTA Lung-02-Studie präsentiert. Pumitamig erzielte dort bestätigte objektive Ansprechraten von 63,6 Prozent bei nicht-squamösem und 72,7 Prozent bei squamösem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Analysten von BMO Capital Markets werteten beide Datenpakete als Bestätigung des bisspezifischen Antikörper-Ansatzes — und als Zeichen, dass BioNTech im direkten Wettbewerb mit Onkologie-Schwergewichten wie Merck ernst genommen werden muss.
Starke Kasse, schwaches Quartal
Die klinischen Fortschritte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzzahlen noch die Nachwehen der Pandemie-Ära zeigen. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro — nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust lag bei 531,9 Millionen Euro. Der Rückgang spiegelt das Abflauen der COVID-Impfstofferlöse wider.
Die Jahresprognose hält BioNTech dennoch aufrecht: 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro Umsatz für 2026. Rückendeckung gibt dabei die Liquidität. Per Ende März verfügte das Unternehmen über rund 16,8 Milliarden Euro in Cash und Wertpapieren — genug, um die Transformation bis 2030 zu finanzieren. Das Ziel: Zulassungen in zehn Krebsindikationen.
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Kurs hinkt den Daten hinterher
An der Börse spiegeln sich die klinischen Fortschritte bislang kaum wider. Die Aktie notiert bei rund 76,85 Euro und liegt damit rund 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 101,90 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp sieben Prozent zu Buche.
BioNTech erwartet bis Jahresende sieben weitere Datenpakete aus späten Studienphasen. Bis Dezember sollen 15 Phase-3-Studien laufen. Die ersten Onkologie-Zulassungen peilt das Management noch für Ende 2026 an — das wäre der eigentliche Test, ob die klinischen Versprechen auch kommerziell eingelöst werden.
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