BioNTech hat eine Woche vor den Quartalszahlen gleich mehrere Signale gesetzt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA erweitert die Zulassung für Comirnaty — und im Hintergrund rückt ein tiefgreifender Umbau des Unternehmens näher.
EMA öffnet Comirnaty für Kleinkinder
Am 27. April empfahl der CHMP der EMA, die Altersgrenze für mehrere Comirnaty-Formulierungen zu senken. Betroffen sind alle 10-Mikrogramm-Varianten, die Virusvarianten wie JN.1, KP.2 und LP.8.1 abdecken. Neu zugelassen ist die Impfung nun ab einem Alter von sechs Monaten — bisher lag die Untergrenze bei fünf Jahren.
Kinder zwischen sechs Monaten und vier Jahren ohne abgeschlossene Grundimmunisierung erhalten drei Dosen. Die ersten beiden im Abstand von drei Wochen, die dritte mindestens acht Wochen nach der zweiten. Für BioNTech ist das eine Erweiterung des bestehenden Geschäfts, kein Durchbruch — aber ein stabiles Signal für die COVID-Basis.
Onkologie als eigentlicher Treiber
Das Unternehmen will bis 2030 zum Onkologie-Konzern werden. Den aktuellen Stand zeigen Daten vom European Lung Cancer Congress: Der bispezifische Antikörper Pumitamig (BNT327) erreichte bei bestimmten Lungenkrebspatienten eine Ansprechrate von 53,3 Prozent und ein medianes Gesamtüberleben von 27 Monaten.
Derzeit laufen sieben Phase-3-Studien mit Pumitamig allein im erstlinigen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom. Bis Ende 2026 plant BioNTech insgesamt 15 laufende Phase-3-Studien in der Onkologie-Pipeline. Das Ziel: eine breite klinische Basis, bevor die COVID-Erlöse weiter schrumpfen.
Analysten sind gespalten. Leerink Partners hat das Kursziel zuletzt gesenkt — mit Verweis auf Bedenken rund um den CTLA-4-Antagonisten Gotistobart. Andere Häuser betonen die Stärke der späten Pipeline.
Führungswechsel und Hauptversammlung im Blick
Parallel läuft ein struktureller Wandel. Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci wollen BioNTech bis Ende 2026 verlassen und ein eigenständiges Unternehmen für nächste mRNA-Generationen aufbauen. BioNTech behält eine Minderheitsbeteiligung und Rechte an künftigen Meilensteinen.
Am 15. Mai tagt die Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung stehen die Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf acht Mitglieder sowie die Schaffung neuen genehmigten Kapitals für 2026.
Die Aktie notiert bei 86,60 Euro — rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, aber deutlich erholt vom März-Tief bei 72,50 Euro. Am 5. Mai legt BioNTech die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Dann zeigt sich, wie weit die Onkologie-Umsätze die sinkenden COVID-Erlöse bereits kompensieren.
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