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Symbolbild, KI-generiert

BioNTech Aktie: Drei Klagen um Comirnaty-Patente

BioNTech sieht sich neuen Patentklagen zu Comirnaty ausgesetzt, während der Aktienkurs dank Onkologie-Hoffnungen steigt. Analysten bleiben trotz Risiken optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neue Patentklagen gegen BioNTech
  • Kurszielanhebung durch Canaccord
  • Aktie steigt trotz Rechtsrisiken
  • Fidelity erhöht BioNTech-Anteil

Während die BioNTech-Aktie von der Euphorie um mRNA-Krebsimpfstoffe getragen wird, holt den Konzern ein juristisches Altlast-Thema ein: Arbutus Biopharma und Genevant Sciences haben im Juli drei internationale Klagen gegen Pfizer und BioNTech eingereicht. Im Kern geht es um Patente auf die Lipid-Nanopartikel-Technologie, die den Corona-Impfstoff Comirnaty überhaupt erst funktionsfähig macht.

Drei Klagen auf zwei Kontinenten

Vor dem kanadischen Bundesgericht wenden sich die Kläger gegen das kanadische Patent 2.721.333. Vor dem Einheitlichen Patentgericht in Europa geht es um die Patente 4.241.767 und 4.495.237. Arbutus und Genevant fordern in allen drei Verfahren Unterlassung und Schadenersatz.

BioNTech bestätigte die Klagen in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht. Für Anleger ist die Tragweite schwer zu beziffern, solange keine Gerichtstermine oder Streitwerte feststehen – das Risiko bleibt aber ein Belastungsfaktor im Hintergrund, während der Fokus der Anleger derzeit auf der Onkologie-Pipeline liegt.

Kursziel-Anhebung trotz Belastungen

Vor rund einer Woche hob das Analysehaus Canaccord sein Kursziel für BioNTech deutlich an und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Die Analysten begründeten den Schritt mit drei erwarteten klinischen Datenpaketen bis Jahresende sowie mit dem bevorstehenden Wechsel an der Vorstandsspitze.

Andere Häuser wie Citi, Evercore ISI und Berenberg hatten ihre Kursziele zuvor zwar leicht gesenkt, ihre Kaufempfehlungen aber beibehalten – der Analystenkonsens bleibt damit insgesamt optimistisch gestimmt, auch wenn die Schätzungen für Umsatz und Verlust je Aktie zuletzt nach unten angepasst wurden.

Am Kurs selbst hat das wenig geändert. BioNTech schloss am Freitag bei 99,80 Euro, ein Plus von 5,1 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen sieben und 30 Tage summiert sich der Anstieg jeweils auf 24 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 23 Prozent zu Buche.

Die Aktie notiert damit rund 23 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und liegt nur noch 5,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro, das erst im Januar erreicht wurde.

Bewegte institutionelle Anteilseigner

Auch auf der Aktionärsseite gab es im zweiten Quartal Bewegung. Der US-Vermögensverwalter Fidelity stockte seinen Bestand um knapp ein Drittel auf und investierte dafür rund 173 Millionen Dollar.

Im Gegenzug reduzierten Flossbach von Storch und T. Rowe Price ihre Positionen jeweils um rund ein Drittel. Aus dem Führungskreis verkaufte Betriebsvorstand (COO) Sierk Poetting in den vergangenen sechs Monaten Aktien im Wert von etwa 5,5 Millionen Dollar; Insiderkäufe gab es in diesem Zeitraum nicht.

Die Gemengelage bleibt für BioNTech zweigeteilt: Auf der einen Seite treibt die Aussicht auf mehrere onkologische Studienauslesen bis Jahresende sowie der anstehende Chefwechsel den Kurs. Auf der anderen Seite lauert mit dem Patentstreit um die Comirnaty-Technologie ein Risiko, dessen finanzielle Dimension sich derzeit noch nicht abschätzen lässt. Anleger dürften beide Stränge in den kommenden Wochen parallel im Blick behalten müssen.

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