BioNTech bekommt an der Börse wieder etwas Luft. In den USA legten die Hinterlegungsscheine am Mittwoch um 2,93 Prozent zu; der deutsche Schlusskurs lag bei 77,70 Euro. Auf Monatssicht bleibt trotzdem ein Minus von 17,43 Prozent.
Hinter der Bewegung steht kein neuer Impfstoffboom. Es geht um eine andere Frage: Wie teuer wird der Umbau zu einem breiteren Onkologie-Konzern?
Impfstofferlöse sinken weiter
Im Auftaktquartal 2026 erzielte BioNTech einen Umsatz von 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang kam vor allem aus dem schwächeren Geschäft mit COVID-19-Impfstoffen.
Der Nettoverlust weitete sich auf 531,9 Millionen Euro aus, nach 415,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen bei 557,0 Millionen Euro. Damit zeigt sich klar: BioNTech investiert weiter kräftig, obwohl die Pandemie-Erlöse zurückgehen.
Das Geld fließt vor allem in Immunonkologie und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Genannt wurden unter anderem pumitamig und gotistobart. Hinzu kamen Kosten aus BioNTech China, den übernommenen CureVac-Aktivitäten aus 2025 und eine Wertminderung auf einen immateriellen Vermögenswert.
Cash bleibt der zentrale Puffer
Der große Unterschied zu vielen anderen Biotech-Firmen bleibt die Bilanz. Ende März verfügte BioNTech über rund 16,8 Milliarden Euro an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieranlagen. Das verschafft dem Konzern Spielraum für eine lange Entwicklungsphase.
Das Management hält für 2026 an einem Umsatzziel von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro fest. Dabei rechnet BioNTech mit niedrigeren COVID-19-Impfstofferlösen in Europa und den USA.
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Der Investitionskurs bleibt hoch. Die bereinigten Forschungsausgaben sollen 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro erreichen. Vertrieb und Verwaltung bleiben ebenfalls ein spürbarer Kostenblock.
BNT326 rückt in den Blick
Neben den bereits diskutierten Daten zu pumitamig gewinnt BNT326 an Bedeutung. Das Programm ist ein HER3-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. BioNTech testet es in fortgeschrittenen oder wiederkehrenden soliden Tumoren.
Die Studie BNT326-01 läuft als Phase-1/2-Programm und prüft den Wirkstoff allein sowie in Kombination mit Immuntherapien. Die geplante Teilnehmerzahl liegt bei 980. Damit ist das Programm deutlich breiter angelegt als ein kleines Signalprojekt.
Ein weiteres Lungenkrebsprogramm kombiniert BNT326 mit BNT327. Diese Studie zielt auf fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs und reicht in der Planung bis 2029. Der Zeitplan zeigt, wie langfristig der neue BioNTech-Fokus angelegt ist.
Auf der ASCO 2026 steht ein Abstract zu BNT326 auf der Agenda. Der vollständige Text soll am heutigen Donnerstagabend US-Zeit verfügbar werden. Für die Aktie kann das ein wichtiger Stimmungstest werden.
Kurzfristig rückt damit BNT326 in den Vordergrund. Mittel- bis langfristig zählt, ob Programme wie pumitamig, gotistobart und BNT326 Daten liefern, die mehr sind als frühe Wirksamkeitssignale. Ohne klare regulatorische Relevanz bleibt der hohe Cashbestand vor allem ein Zeitpuffer.
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