BioNTech stellt die Kontrolle über den Konzern breiter auf. Das kommt nicht zufällig: Die Mainzer wollen aus der Covid-Ära heraus und ihre Krebs-Pipeline schneller Richtung Markt bringen. Die Aktie zeigt derweil, wie skeptisch der Markt diesen Umbau noch bewertet.
Mehr Onkologie im Aufsichtsrat
Auf der Hauptversammlung am 15. Mai 2026 stellten die Aktionäre die Weichen für einen größeren Aufsichtsrat. Sie billigten die Erweiterung von sechs auf acht Mitglieder.
Vertreten waren 92 Prozent des Grundkapitals. Das Votum gibt dem Vorstand Rückendeckung für den nächsten Schritt der Strategie.
Neu in das Gremium ziehen Prof. Iris Löw-Friedrich und Dr. Susanne Schaffert ein. Beide bringen Erfahrung mit später klinischer Entwicklung und Vermarktung in der Onkologie mit.
Die Mandate von Helmut Jeggle, Prof. Anja Morawietz und Prof. Rudolf Staudigl liefen weiter. Nach der Versammlung wählte der Aufsichtsrat Helmut Jeggle zum Vorsitzenden. Damit rückt BioNTech die Kontrolle näher an das Kernthema der kommenden Jahre: Krebsmedikamente.
Umsatz fällt, Forschung bleibt teuer
Für das Geschäftsjahr 2025 meldete BioNTech einen IFRS-Umsatz von 2,87 Milliarden Euro. Damit lag der Wert über der eigenen Prognose.
Zum Jahresstart kühlte das Geschäft klar ab. Der Umsatz sank auf 118 Millionen Euro, nach 182 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das zeigt, wie stark der Konzern noch durch den Übergang belastet wird.
Für 2026 stellt der Vorstand Erlöse von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro in Aussicht. Der Blick richtet sich dabei weniger auf kurzfristiges Wachstum als auf den Aufbau neuer Produkte.
In Forschung und Entwicklung sollen 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro fließen. BioNTech nimmt also hohe Kosten in Kauf, um die späte Pipeline voranzubringen. Kein Wunder, dass der Markt genau auf Fortschritte in der Klinik achtet.
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Für Vertrieb, Verwaltung und allgemeine Kosten liegt die Planung bei 700 bis 800 Millionen Euro. Die starke Bilanz federt diese Phase ab. Ende März verfügte BioNTech über liquide Mittel und Wertpapiere von rund 16,8 Milliarden Euro.
Ein wichtiger Baustein bleibt die Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb rund um Pumitamig. Sie bringt eine Vorauszahlung von 3,5 Milliarden Dollar. Mögliche Meilensteine können bis zu 7,6 Milliarden Dollar erreichen.
Aktie bleibt unter Druck
Am Freitag schloss die Aktie bei 76,95 Euro und verlor 2,22 Prozent. Über den vergangenen Monat summierte sich der Rückgang auf gut acht Prozent.
Technisch wirkt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt 11,49 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt, aber noch 6,14 Prozent über dem Jahrestief.
Der Analystenkonsens fällt deutlich freundlicher aus als der Chart. 14 von 15 Experten führen die Aktie mit Kaufvotum. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 136,36 Dollar.
Parallel dazu strafft BioNTech die Produktion. Die geplante Konsolidierung soll bis 2029 jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro bringen. Dazu zählen auch Standortschließungen in Deutschland und Singapur.
Die jüngst integrierten CureVac-Assets sollen die späte Pipeline stärken. BioNTech verfügt inzwischen über mehr als 25 Studien in den Phasen 2 und 3.
Der konkrete Maßstab für die Aktie bleibt damit eng gefasst: klinischer Fortschritt, Zahlungen aus Partnerschaften und sinkende Kosten. Solange diese Punkte nicht sichtbar ineinandergreifen, bleibt die hohe Liquidität ein Puffer, aber noch kein Wachstumstreiber.
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