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BioNTech Aktie: 100 Prozent Krankheitskontrolle bei pumitamig

Neue Onkologie-Daten von der ASCO-Tagung untermauern BioNTechs Pipeline-Hoffnungen, während sinkende Covid-Umsätze das operative Geschäft belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vielversprechende Daten zu pumitamig und gotistobart
  • UBS stuft Aktie auf Kaufen hoch
  • Cashpolster von 16,8 Milliarden Euro
  • Spin-off der Gründer rückt näher

BioNTech kommt mit neuen Krebsdaten aus Chicago zurück. Die ASCO-Jahrestagung stärkt gleich zwei späte Onkologieprogramme. Der Markt reagiert trotzdem verhalten, weil die Aktie weiter zwischen Pipeline-Hoffnung und sinkenden Covid-Umsätzen steht.

ASCO liefert neue Argumente

Die ASCO-Tagung lief vom 29. Mai bis 2. Juni in Chicago. BioNTech nutzte die Bühne für neue Daten und Studienupdates aus der späten Onkologie-Pipeline. Im Mittelpunkt standen pumitamig und gotistobart.

Bei pumitamig meldeten BioNTech und Bristol Myers Squibb am 30. Mai Zwischendaten aus ROSETTA Lung-02. Der Wirkstoff wird mit Chemotherapie bei zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs geprüft.

Die Ergebnisse zeigten hohe bestätigte Ansprechraten über wichtige Tumoruntergruppen hinweg. Auch über alle PD-L1-Expressionslevel hinweg blieb das Signal robust. Die Krankheitskontrollrate lag bei 100 Prozent, bei handhabbarem Sicherheitsprofil.

Wichtig ist der Wiederholungseffekt. Es ist bereits der dritte globale Datensatz, der bei pumitamig in Kombination mit Chemotherapie ermutigende Anti-Tumor-Aktivität zeigt. Genau solche Konsistenz braucht BioNTech, um die Onkologie-Story belastbarer zu machen.

Auch gotistobart lieferte neue Daten. In der Phase-2-Studie PRESERVE-004 prüft BioNTech den Kandidaten bei stark vorbehandelten Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs. Die Daten zeigten anhaltende Anti-Tumor-Aktivität und klinisch relevante Überlebenssignale.

Gotistobart zielt auf CTLA-4 und soll regulatorische T-Zellen im Tumormikromilieu selektiv abbauen. Damit stärkt BioNTech die Idee einer chemotherapiefreien Option. Die Onkologie-Pipeline umfasst mehr als 25 Studien in Phase 2 und Phase 3. Darunter sind 13 zulassungsrelevante Programme.

Analysten werden mutiger

Die neuen ASCO-Daten verändern auch den Ton an der Wall Street. UBS hob BioNTech auf Kaufen und erhöhte das Kursziel von 117 auf 135 US-Dollar. Die Bank verweist auf mehr Vertrauen in die späte Onkologie-Pipeline.

UBS-Analyst David Dai sieht den Markt zu skeptisch. Pumitamig zeige starke und wiederholbare Daten bei Lungenkrebs. Außerdem könnte der Kandidat in Bereiche wie triple-negativen Brustkrebs und Darmkrebs ausgebaut werden.

Nicht alle teilen diesen Optimismus. Bernstein startete die Beobachtung mit „Market Perform“ und einem Kursziel von 96 US-Dollar. Analyst Jeffrey Walch signalisiert damit nur begrenztes Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau.

Bei 19 erfassten Kurszielen liegt der Durchschnitt bei 129,56 US-Dollar. Die Spanne reicht von 94 bis 158 US-Dollar. Das zeigt, wie weit die Annahmen zur künftigen Krebsumsatzbasis auseinandergehen.

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An der Börse kommt der Impuls bislang nur begrenzt an. Die BioNTech-Aktie notiert bei 78,25 Euro und verliert heute 0,82 Prozent. Über 30 Tage summiert sich das Minus auf 7,94 Prozent.

Auf Jahressicht steht ein Rückgang von 20,88 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 9,12 Prozent. Die Aktie bleibt damit technisch angeschlagen, trotz der besseren Pipeline-Schlagzeilen.

Cashpolster gegen Verlustdruck

Operativ bleibt das Bild gemischt. Der Umsatz fiel auf 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahr. Hauptgrund sind weiter sinkende Covid-19-Impfstoffumsätze.

Der Nettoverlust weitete sich auf 531,9 Millionen Euro aus. Je Aktie lag das Minus bei 2,10 Euro, nach 1,73 Euro im Vorjahr. Das ist der Preis für den Umbau in Richtung Onkologie.

Das Cashpolster bleibt der stärkste Puffer. Ende März verfügte BioNTech über 16,8 Milliarden Euro an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieranlagen. Damit kann der Konzern hohe Forschungsbudgets weiter tragen.

Parallel dazu will BioNTech die Produktion straffen. Der Konzern steigt aus Standorten in Idar-Oberstein, Marburg, Singapur und CureVac-Standorten aus. Bis zu 1.860 Stellen könnten betroffen sein, die jährlichen Einsparungen sollen bis 2029 rund 500 Millionen Euro erreichen.

Die Prognose für 2026 bleibt unverändert. BioNTech erwartet Erlöse von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Die bereinigten Forschungsausgaben sollen bei 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro liegen.

Für Vertrieb und Verwaltung plant das Management 700 bis 800 Millionen Euro ein. Damit bleibt klar: BioNTech kauft sich Zeit für die Onkologie-Pipeline. Das Geld ist da, der Nachweis am Patienten muss folgen.

Spin-off rückt näher

Ein weiterer Schritt steht kurz bevor. Die Mitgründer Prof. Ugur Sahin und Prof. Özlem Türeci wollen eine unabhängige Firma für mRNA-Innovationen der nächsten Generation aufbauen. BioNTech soll Rechte und Technologien einbringen und dafür eine Minderheitsbeteiligung erhalten.

Ein verbindlicher Vertrag ist bis Ende des ersten Halbjahres 2026 geplant. Der Wechsel der Gründer in die neue Gesellschaft soll bis Ende 2026 folgen. Für BioNTech schafft das zusätzliche Struktur, wirft aber auch Fragen zur künftigen Führungsrolle auf.

Der nächste harte Prüfstein liegt nun bei ROSETTA. Wenn die Phase-3-Daten die bisherigen Signale von pumitamig bestätigen, bekommt die Onkologie-Strategie deutlich mehr Gewicht. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spagat aus starkem Cashpolster, hohen Verlusten und klinischer Hoffnung.

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Diskussion zu BioNTech

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.