BioNTech hat sein Aktienrückkaufprogramm aktiviert. Seit dem 8. Juni 2026 kauft das Unternehmen eigene American Depositary Shares (ADS) am Nasdaq zurück — für bis zu einer Milliarde US-Dollar.
Das Programm läuft bis zum 6. Mai 2027. BioNTech will die zurückgekauften ADS nutzen, um laufende Verpflichtungen im Geschäftsbetrieb zu erfüllen. Die Hauptversammlung hatte das Programm bereits genehmigt: Erlaubt ist der Rückkauf von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals, maximal 24,9 Millionen Aktien. Ein unabhängiges Kreditinstitut trifft die Handelsentscheidungen.
Kurs weit unter Jahreshoch
Die Aktie notiert mit 74,70 Euro deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 81,00 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 85,70 Euro. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro im Januar hat das Papier fast 30 Prozent verloren. Das Rückkaufprogramm sendet damit ein klares Signal: Das Management hält den aktuellen Kurs für zu niedrig.
Sinkende Umsätze, stabiler Ausblick
Der Rückkauf kommt in einer Phase des Umbruchs. Im ersten Quartal 2026 erzielte BioNTech Erlöse von 118,1 Millionen Euro — nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang erklärt sich durch schwächere COVID-19-Impfstoffeinnahmen.
Die Jahresprognose hält das Unternehmen dennoch aufrecht. BioNTech erwartet für 2026 Umsätze zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro. Forschung und Entwicklung kosteten im ersten Quartal 557,0 Millionen Euro — etwas mehr als die 525,6 Millionen Euro im Vorjahr.
Das Unternehmen verfügt über rund 16,8 Milliarden Euro in liquiden Mitteln. Diese Kriegskasse soll die Entwicklung der Onkologie-Pipeline finanzieren: Immunmodulatoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und mRNA-Kandidaten. Das erklärte Ziel ist, bis 2030 ein Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu sein.
Der Milliarden-Rückkauf ist also kein Widerspruch zur Investitionsstrategie — sondern Ausdruck davon, dass die Kasse groß genug ist, um beides gleichzeitig zu stemmen.
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