BioNTech hält heute seine Hauptversammlung ab — virtuell, ab 14:00 Uhr. Das Unternehmen steht dabei vor einer Weichenstellung: Der COVID-Umsatz bricht weg, der Konzern baut massiv um, und Berenberg senkt sein Kursziel. Trotzdem bleibt die Bank bei „Kaufen“.
Berenberg sieht Aktie als unterbewertet
Die Investmentbank Berenberg hat ihr Kursziel für BioNTech von 155 auf 140 US-Dollar gesenkt — und hält die Aktie dennoch für „deutlich“ unterbewertet. Das Kaufrating bleibt bestehen. Alle 13 Analysten, die den Titel abdecken, empfehlen ihn aktuell zum Kauf. Der Markt sieht das anders: Die Aktie notiert bei 78,70 Euro und liegt damit rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 101,90 Euro.
Das Misstrauen der Anleger hat einen konkreten Grund. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz auf 118 Millionen Euro ein — ein Rückgang von rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust weitete sich auf 532 Millionen Euro aus. Ursache ist der schwächelnde COVID-Impfstoffmarkt.
Umbau auf Kosten von 1.860 Stellen
BioNTech zieht die Konsequenzen. Das Unternehmen gibt die COVID-Impfstoffproduktion vollständig an Pfizer ab. CFO Ramón Zapata erklärte, Pfizer werde die Versorgung „ab Ende 2026 vollständig über seine bestehenden Produktionskapazitäten übernehmen“. Das Ziel: ein Multi-Produkt-Konzern bis 2030.
Der Preis dafür ist hoch. BioNTech schließt Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 sowie den Standort in Singapur bis Anfang 2027. Rund 1.860 Stellen fallen weg — etwa 22 Prozent der gesamten Belegschaft. Die erwarteten Einsparungen liegen bei rund 500 Millionen Euro jährlich.
Onkologie als Wachstumshebel
Parallel dazu investiert BioNTech kräftig in die Krebsforschung. Die F&E-Ausgaben stiegen im ersten Quartal auf 557 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen zwei Kandidaten: Pumitamig, der in fünf neue Zulassungsstudien bei Brustkrebs und Lungenkrebs eingetreten ist, und Gotistobart, dessen Phase-3-Studie PRESERVE-003 eine mehr als 50-prozentige Reduktion des Sterberisikos bei bestimmten Lungenkrebspatienten zeigte.
Noch in diesem Jahr plant BioNTech die ersten Zulassungsanträge für Pumitamig. Sechs weitere Studienergebnisse aus späten Phasen sollen folgen. Das Jahresumsatzziel für 2026 hält das Management bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro — trotz des schwachen Jahresstarts.
HV-Agenda: Kapital und neue Aufsichtsräte
Die heutige Hauptversammlung hat eine dichte Tagesordnung. Aktionäre stimmen unter anderem über die Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf acht Mitglieder ab, darunter zwei neue Spezialisten aus Onkologie und klinischer Entwicklung. Außerdem steht ein neues genehmigtes Kapital 2026 im Volumen von bis zu 129,5 Millionen Euro zur Abstimmung — das entspricht 50 Prozent des aktuellen Grundkapitals. Hinzu kommt ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde US-Dollar.
Ob die Onkologie-Pipeline die Bewertungslücke schließen kann, hängt von den Studiendaten der nächsten Monate ab. Spätestens mit den ersten Zulassungsanträgen für Pumitamig wird sich zeigen, ob der Markt bereit ist, BioNTech neu zu bewerten.
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