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BioNTech: 100 Prozent Ansprechrate bei PD-L1-hohen Patienten

BioNTech präsentiert starke Phase-2-Daten zu Pumitamig beim Lungenkrebs. Der Wirkstoff zeigt hohe Ansprechraten, auch bei PD-L1-negativen Patienten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Phase-2-Daten zu Pumitamig überzeugen
  • Hohe Ansprechraten bei Lungenkrebs
  • Strategie zielt auf alle Patientengruppen
  • Finanzpolster von 16,8 Milliarden Euro

Ansprechquoten von bis zu 100 Prozent in bestimmten Patientengruppen — BioNTech hat beim ASCO-Kongress in Chicago Daten präsentiert, die den Umbau vom Corona-Impfstoffhersteller zum Onkologieunternehmen greifbar machen. Im Mittelpunkt steht pumitamig, ein bispezifischer Immunmodulator, der gemeinsam mit Partner Bristol Myers Squibb entwickelt wird.

Starke Ansprechraten quer durch alle Patientengruppen

Die Phase-2-Daten aus der Rosetta-Lung02-Studie zeigen: Pumitamig kombiniert mit Chemotherapie erzielte in der Erstlinientherapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) eine bestätigte objektive Ansprechrate von 63,6 Prozent bei nicht-plattenepithelialen und 72,2 Prozent bei plattenepithelialen Tumoren — jeweils für die ausgewählte 1400-mg-Dosis.

Besonders bemerkenswert ist die Performance in der PD-L1-negativen Subgruppe. Patienten ohne PD-L1-Expression profitieren von herkömmlichen Anti-PD-1/L1-Therapien kaum. Pumitamig erzielte hier dennoch eine Ansprechrate von 47,6 Prozent. Bei PD-L1-niedrigen Patienten lag sie bei 77,8 Prozent, bei PD-L1-hochexprimierenden bei 100 Prozent.

Strategie: Ein Medikament für alle Patienten

BioNTech verfolgt bewusst eine „All-Comers“-Strategie — das Medikament soll unabhängig vom PD-L1-Status zugelassen werden. Das würde die heute fragmentierte Erstlinientherapie beim Lungenkrebs erheblich vereinfachen. Die nun startende Phase-3-Studie misst pumitamig plus Chemotherapie direkt gegen den aktuellen Standard: Pembrolizumab plus Chemotherapie.

Die Partnerschaft mit BMS sieht potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 7,6 Milliarden US-Dollar vor — ein Hinweis auf das kommerzielle Gewicht, das beide Unternehmen dem Programm beimessen.

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Finanziell gut aufgestellt für den langen Weg

BioNTech verfügt per Ende März 2026 über liquide Mittel von 16,8 Milliarden Euro — ein komfortables Polster für den kapitalintensiven Übergang. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr liegt bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro, das F&E-Budget bei 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro. Onkologieumsätze erwartet das Unternehmen in diesem Jahr noch nicht; die aktuellen Studiendaten sollen regulatorische Einreichungen und Markteinführungen ab 2027 vorbereiten.

Bis Jahresende plant BioNTech 15 laufende Phase-3-Studien. Produktionsseitig laufen Konsolidierungsmaßnahmen, die ab 2029 jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro bringen sollen.

Die Aktie notiert aktuell bei 82,35 Euro und damit rund 19 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 101,90 Euro. Auf Jahressicht steht ein Minus von knapp 17 Prozent — die ASCO-Daten haben den Kurs in der vergangenen Woche um gut drei Prozent angeschoben, ein Analyst hatte das Programm kurz zuvor hochgestuft. Ob die klinischen Fortschritte reichen, um die Bewertungslücke zum Vorjahresniveau zu schließen, hängt maßgeblich davon ab, wie überzeugend die Phase-3-Ergebnisse ausfallen werden.

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