BioNTech geht mit einer doppelten Botschaft ins Wochenende: Die Onkologie-Pipeline liefert neue Daten, während Bernstein mit einer vorsichtigen Ersteinschätzung auf die Aktie blickt. Genau darin liegt der Konflikt. Klinisch baut der Konzern sein Profil jenseits des Covid-Geschäfts aus, an der Börse bleibt die Aktie aber unter Druck.
Der nächste Prüfstein kommt schnell. Auf der ASCO-Jahrestagung in Chicago will BioNTech ab Ende Mai neue Daten zu mehreren Krebsprogrammen vorstellen. Das dürfte spannend werden, weil der Markt derzeit weniger auf Visionen reagiert als auf belastbare klinische Signale.
Bernstein bleibt vorsichtig
Bernstein startet die Bewertung der BioNTech-Aktie mit „Market Perform“ und einem Kursziel von 96 Dollar. Die Begründung ist nüchtern: Die Analysten sehen ein erhöhtes Zulassungsrisiko, erkennen aber zugleich die solide Finanzierung und die breitere Pipeline an.
Positiv werten sie die Covid-Impfstofferlöse, Mittel aus der Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb und die starke Bilanz. Ende des ersten Quartals verfügte BioNTech über liquide Mittel und Wertpapiere von 16,8 Milliarden Euro. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum, auch Programme mit längerer Entwicklungsdauer durchzuhalten.
Die Einschätzung liegt am vorsichtigeren Ende des Marktes. Unter 17 Analysten liegt das durchschnittliche Zwölfmonats-Kursziel bei 125,45 Dollar, die durchschnittliche Einstufung lautet „Buy“. J.P. Morgan hatte die Aktie am 20. Mai bei „Hold“ belassen.
Neue Daten für Pumitamig und Gotistobart
Auf der ASCO stehen vor allem Pumitamig und Gotistobart im Mittelpunkt. BioNTech plant zwei mündliche Präsentationen sowie mehrere Poster zu laufenden Studien, darunter Programme mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten.
Pumitamig ist ein bispezifischer Immunmodulator. Der Wirkstoff kombiniert eine PD-L1-Checkpoint-Hemmung mit der Neutralisierung von VEGF-A und wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt. In der Phase-2-Dosisoptimierung der globalen ROSETTA-Lung-02-Studie zeigte Pumitamig plus Chemotherapie ermutigende Aktivität bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in der Erstlinie.
Wichtig ist der Wiederholungseffekt. BioNTech verweist auf das dritte globale Datenset, das konsistente Anti-Tumor-Aktivität für Pumitamig plus Chemotherapie zeigt. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Daten aus kleinzelligem Lungenkrebs und triple-negativem Brustkrebs berichtet.
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Gotistobart liefert ein anderes Signal. In der Phase-2-Studie PRESERVE-004 zeigte die Kombination mit Pembrolizumab bei stark vorbehandelten Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs eine anhaltende Anti-Tumor-Aktivität und klinisch relevante Gesamtüberlebensdaten. Das Sicherheitsprofil beschreibt BioNTech als beherrschbar.
Kurs schwach, Pipeline wächst
Die Aktie spiegelt diese Fortschritte bislang nur begrenzt wider. Am Freitag schloss BioNTech bei 79,45 Euro, nach einem Tagesplus von 1,47 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 15,30 Prozent.
Technisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt 8,12 Prozent unter der 200-Tage-Linie und damit näher am Jahrestief als am 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 50,6 signalisiert dabei weder eine klare Übertreibung nach unten noch frischen Schwung nach oben.
Operativ fährt BioNTech die Krebsstrategie hoch. In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen die Zahl der Phase-2- und Phase-3-Onkologiestudien mehr als verdoppelt. Aktuell laufen mehr als 25 Studien in diesen fortgeschrittenen Entwicklungsphasen.
Für 2026 plant BioNTech sechs weitere Phase-3-Starts und rechnet mit sieben späten Datenupdates. Außerdem soll ein Zulassungsantrag für Trastuzumab Pamirtecan bei HER2-exprimierendem Endometriumkarzinom eingereicht werden.
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen den Übergang. Im ersten Quartal erzielte BioNTech 118,1 Millionen Euro Umsatz und schrieb einen Nettoverlust von 531,9 Millionen Euro. Die Umsatzprognose für 2026 bestätigte das Unternehmen bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro.
Hinzu kommt ein genehmigtes Rückkaufprogramm für American Depositary Shares im Volumen von bis zu 1 Milliarde Dollar. Es soll über zwölf Monate laufen. Einen Teil der erworbenen Papiere will BioNTech für Verpflichtungen aus aktienbasierten Vergütungen verwenden.
Ab dem 29. Mai richtet sich der Blick auf die ASCO-Präsentationen. Starke, konsistente Daten könnten die Lücke zwischen Pipeline-Fortschritt und schwachem Kursbild verkleinern; enttäuschende Details würden die vorsichtige Bernstein-Lesart stützen.
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