BHP hat am heutigen Dienstag Zahlen vorgelegt, die selbst hartgesottene Minenanalysten aufhorchen lassen. Der Gewinn springt um 30 Prozent, die Aktie zieht nachbörslich kräftig an. Der eigentliche Clou steckt aber nicht in den Quartalszahlen, sondern in der Struktur dahinter.
Gewinnsprung mit Kupfer als Motor
Der bereinigte Gewinn kletterte im Geschäftsjahr 2026 auf 13,2 Milliarden Dollar, nach 10,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg um 27 Prozent auf 32,9 Milliarden Dollar, bei einer Marge von knapp 60 Prozent. Der Umsatz wuchs um 15 Prozent auf 58,8 Milliarden Dollar.
Kupfer lieferte dabei erstmals mehr als die Hälfte des gesamten Konzern-EBITDA — ein historischer Wendepunkt für einen Konzern, der jahrzehntelang vom Eisenerzgeschäft lebte. Die Kupfersparte erwirtschaftete 18 Milliarden Dollar EBITDA bei einer Marge von 70 Prozent, begünstigt durch einen Preisanstieg von 35 Prozent im Jahresverlauf. Die Produktionsmenge blieb mit rund 1,95 Millionen Tonnen nahezu stabil.
Die Dividende steigt auf 172 Cent je Aktie beziehungsweise 8,7 Milliarden Dollar insgesamt — der höchste Auszahlungsbetrag seit vier Jahren. Der Vorstand begründet dies mit der Ertragsstärke und zusätzlichen Erlösen aus einer Silber-Streaming-Vereinbarung mit Antamina.
Markt reagiert deutlich
An der Börse in Sydney zog die BHP-Aktie im regulären Handel um mehr als drei Prozent an. In New York setzte sich die Bewegung nachbörslich fort: Nach einem Plus von 1,83 Prozent auf 88,37 Dollar im regulären Handel legte der Titel nachbörslich weitere 3,32 Prozent auf 91,30 Dollar zu und rückte damit nah an sein Jahreshoch von 93,83 Dollar heran.
Die Marktreaktion spiegelt nicht nur die starken Zahlen, sondern auch das Vertrauen in die künftige Wachstumsstrategie. Management-seitig wird betont, dass das Kupfer-Investitionsprogramm bei den aktuellen Konsens-Preisen komplett aus eigener Kraft finanziert werden kann.
Wachstumspfad bis in die 2030er
BHP peilt bis Mitte der 2030er-Jahre eine um rund 50 Prozent höhere Kupfer-Äquivalent-Produktion an, getragen von Projekten wie der neuen Konzentratoranlage bei Escondida und dem Vicuña-Gemeinschaftsprojekt in Argentinien. Für Vicuña könnte die finale Investitionsentscheidung bereits Ende des Kalenderjahres fallen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2027 rechnet BHP mit einer Kupferproduktion zwischen 1,65 und 1,8 Millionen Tonnen — niedrigere Erzgehalte bei Escondida bremsen hier etwas. Das Jansen-Kaliprojekt in Kanada ist nach Unternehmensangaben zu 84 Prozent fertiggestellt und soll Mitte 2027 die erste Produktion liefern.
Die Kapitalausgaben für das kommende Jahr sind mit rund 11 Milliarden Dollar veranschlagt, wovon mehr als die Hälfte in Kupferprojekte fließt. Sollte der Ausbau planmäßig laufen, dürfte sich die Verschiebung von Eisenerz hin zu Kupfer als tragende Säule des Konzerns in den kommenden Jahren weiter verfestigen.
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