BHP steht vor operativen Herausforderungen, ohne seine Förderziele zu senken. Der am Dienstag veröffentlichte Betriebsbericht nennt eine schwächere Kupferproduktion und zwei tödliche Arbeitsunfälle. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie belastbar die unveränderte Jahresplanung angesichts der Belastungen im Betrieb ist.
Untersuchungen nach tödlichen Arbeitsunfällen
BHP berichtete über den Tod zweier Beschäftigter an den Standorten Escondida und Peak Downs. Nach Unternehmensangaben liefen Untersuchungen zu den Vorfällen. Die Aufarbeitung bildet damit einen eigenen Schwerpunkt neben den Produktionszahlen.
Davon getrennt nennt BHP mehrere Ursachen für die geringere Kupferförderung: planmäßig niedrigere Erzgehalte, Wartungsarbeiten und operative Störungen. Der Rückgang lässt sich somit nicht allein auf ungeplante Ausfälle zurückführen. Zugleich zeigt die Kombination unterschiedlicher Belastungen, dass die Produktionsentwicklung mehrere Ursachen hat.
Jahresziele trotz schwächerer Kupferförderung
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 produzierte BHP 400,7 kt Kupfer. Das waren 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die unveränderte Prognose ist deshalb die entscheidende Aussage für die weitere Einordnung. BHP hat den schwächeren Quartalsausstoß bislang nicht zum Anlass genommen, seine Förderplanung für das Gesamtjahr zurückzunehmen. Eine unveränderte Prognose ist allerdings noch kein Nachweis dafür, dass die operativen Belastungen überwunden sind.
Für das Geschäftsjahr 2027 beträgt die Kupferprognose weiterhin 1.650–1.800 kt. Auch die übrigen Produktionsziele ließ BHP unverändert.
Ein Gegengewicht zur schwächeren Kupferförderung lieferte das Eisenerzgeschäft. Die Entwicklung verlief damit innerhalb des Konzerns nicht einheitlich.
Die Eisenerzproduktion erreichte 66,5 Mt und lag damit 4 Prozent über dem Vorjahreswert.
Tarifabschluss schafft Planungssicherheit
Bei Escondida hat BHP unterdessen einen Arbeitskonflikt entschärft. Am 14. Oktober trat die neue Vereinbarung mit der Aufsehergewerkschaft Union No. 2 in Kraft. Sie gilt für 36 Monate. Medienberichten zufolge wurde damit ein Streik abgewendet.
Der Abschluss beseitigt einen möglichen zusätzlichen Störfaktor. Er ist jedoch von den bereits gemeldeten Produktionsbelastungen zu unterscheiden und belegt für sich genommen keine Erholung der Förderung.
Parallel bestätigte BHP am 14. Oktober Stellenstreichungen im westaustralischen Eisenerzgeschäft. ABC berichtete, dass rund 300 Stellen betroffen sein könnten. BHP will nach eigenen Angaben nach Möglichkeit andere Einsatzmöglichkeiten für Beschäftigte suchen.
Die für heute angesetzte Hauptversammlung findet damit vor einem klar umrissenen Hintergrund statt: Die Förderziele stehen, während Produktionsstörungen, Arbeitssicherheit und personelle Veränderungen Aufmerksamkeit verlangen. Maßgeblich bleibt, ob BHP die unveränderte Planung im weiteren Geschäftsjahr operativ einlösen kann.
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