Beyond Meat wagt einen deutlichen Strategiewechsel – der Markt reagiert dennoch mit weiteren Abgaben. Trotz der Einführung eines neuen pflanzlichen Protein-Getränks und einer großen Listung bei Walmart bleibt die Sorge um den hohen Cashburn im Vordergrund. Die Aktie notiert inzwischen klar im Pennystock-Bereich und der Druck auf die Bewertung nimmt weiter zu.
- Kursrückgang um rund 6% auf 0,93 US-Dollar
- Marktkapitalisierung bei etwa 420 Mio. US-Dollar
- Neues Produkt „Beyond Immerse“ startet in 2.000 Walmart-Filialen
- Cashbestand per Q3 2025: 131,1 Mio. US-Dollar
- Nettoverlust der letzten 12 Monate: 237,7 Mio. US-Dollar
- Q4-Zahlen für 2025 werden am 4. März 2026 erwartet
Produkt-Offensive trifft Finanzsorgen
Am Dienstag stellte Beyond Meat „Beyond Immerse“ vor, ein pflanzliches Protein-Getränk, das sofort in 2.000 Walmart-Filialen eingeführt wird. Damit versucht das Unternehmen, seine Erlösbasis über das Kerngeschäft mit Fleischersatzprodukten hinaus zu verbreitern. An der Börse sorgte die Nachricht jedoch nicht für Entlastung.
Die Aktie eröffnete bei 0,94 US-Dollar, fiel im Tagesverlauf bis auf 0,92 US-Dollar und schloss bei 0,93 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt damit nur noch bei rund 420 Mio. US-Dollar. Das Handelsvolumen von 38,3 Mio. Aktien unterstreicht die hohe kurzfristige Nervosität im Wert.
Im Mittelpunkt stehen weniger die Produkte als die Bilanz. Laut den Zahlen zum dritten Quartal 2025 verfügte Beyond Meat über Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inklusive gebundener Liquidität, in Höhe von 131,1 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig lag die Nettomarge bei -81,8 %, der Nettoverlust der vergangenen zwölf Monate bei 237,71 Mio. US-Dollar. Analysten weisen darauf hin, dass bei anhaltender Verlustdynamik der Kassenbestand ohne frisches Kapital oder deutliche Verbesserungen beim operativen Cashflow innerhalb von rund zwölf Monaten aufgebraucht sein könnte.
Auch am Optionsmarkt spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die implizite Volatilität (IV30) sprang um 11 Punkte auf 140,27. Das sehr niedrige Put/Call-Verhältnis von 0,1 deutet zwar auf rege Call-Nachfrage hin, der anhaltende Kursdruck und die schwache Bilanzsituation sprechen aber dafür, dass spekulative Käufe von strukturellem Verkaufsdruck überlagert werden.
Strukturelle Schwäche im Sektor
Der jüngste Rückgang setzt einen ausgeprägten Abwärtstrend fort. Auf Jahressicht hat die Aktie rund 76,8 % an Wert verloren, über drei Jahre summiert sich das Minus auf über 94 %. Die schwächere Nachfrage nach pflanzlichen Fleischalternativen belastet das Geschäft seit längerem und zwang das Unternehmen zu Restrukturierungen, einschließlich Debt-for-Equity-Swaps, die bestehende Aktionäre verwässern.
Ein Blick in die Branche zeigt die Tiefe der Probleme. Marktbeobachter verwiesen in einer Analyse vom 20. Januar darauf, dass zwar auch Wettbewerber wie Sweetgreen 2025 kursseitig unter Druck standen, dort aber positive operative Cashflows erzielt werden. Beyond Meat kämpft hingegen weiter mit negativen operativen Cashflows und sehr niedrigen Bruttomargen von rund 6 %.
Der Einstieg in das Getränkesegment mit „Beyond Immerse“ wird als notwendiger, aber riskanter Versuch gesehen, sich von der nachlassenden Nachfrage im Fake-Meat-Bereich zu lösen. Zugleich bleibt das Umfeld für Konsumwerte mit schwacher Profitabilität schwierig, zumal auch etablierte Anbieter wie Mondelez mit Margendruck konfrontiert sind.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Im Fokus steht nun der nächste Zahlenbericht. Beyond Meat will die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 4. März 2026 vorlegen. Der Markt dürfte vor allem darauf achten, ob die Restrukturierungsmaßnahmen den Cashburn messbar verlangsamen.
Die Analystenstimmung bleibt überwiegend negativ, das Konsensrating liegt bei „Sell“. Das durchschnittliche Kursziel von 1,70 US-Dollar signalisiert zwar rechnerisch erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau von 0,93 US-Dollar, spiegelt aber vor allem das hohe Risikoprofil wider. Solange das Unternehmen nicht zeigen kann, dass der neue Walmart-Deal kurzfristig zur Margenverbesserung beiträgt, dürfte der technische Druck auf den deutlich unter der psychologisch wichtigen 1-Dollar-Marke gehandelten Titel anhalten.
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