Beyond Meat ringt gleichzeitig mit einem teuren Rechtsstreit, einer angespannten Verschuldung und einem tiefen Kursniveau unter 1 US‑Dollar. Die Kombination aus Millionenstrafe, neu besicherten Anleihen und drohendem Reverse Split rückt die Frage in den Vordergrund, wie stabil der laufende Turnaround tatsächlich ist.
Millionenstrafe trifft angeschlagenes Unternehmen
Ein Geschworenengericht hat Beyond Meat verurteilt, 38,9 Mio. US‑Dollar Schadenersatz an Sonate Corporation wegen Markenrechtsverletzung zu zahlen. Gemessen an einer Marktkapitalisierung von rund 446 Mio. US‑Dollar entspricht das knapp 9 % des Unternehmenswerts.
Die Strafe belastet die Bilanz in einer Phase, in der die Liquidität ohnehin im Mittelpunkt steht. Die Entscheidung erhöht den kurzfristigen Finanzdruck und macht zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit wahrscheinlicher.
Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an seiner Kapitalstruktur. In einer diese Woche veröffentlichten Mitteilung hat Beyond Meat einen ergänzenden Anleihevertrag für seine Convertible Senior Secured Second Lien PIK Toggle Notes mit Fälligkeit 2030 abgeschlossen.
Kern des Schritts: Beyond Meat EU B.V., eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, wird als Garant hinzugefügt. Die Anleihen werden damit mit den Vermögenswerten der europäischen Einheit besichert. Das soll Gläubigern zusätzliche Sicherheit bieten und unterstreicht die Priorität, die das Management der Bedienung der rund 1,3 Mrd. US‑Dollar Schulden beimisst.
Rebranding zu „Beyond“
Trotz des finanziellen Drucks treibt das Unternehmen seine strategische Neuausrichtung voran. Beyond Meat arbeitet daran, den Zusatz „Meat“ aus dem Namen zu streichen und künftig nur noch als „Beyond“ aufzutreten.
CEO Ethan Brown will die Marke damit weg von der reinen Fleischimitation hin zu einem breiteren Profil für pflanzliche Ernährung und „cleanere“ Zutaten positionieren. Hintergrund sind rückläufige Umsätze über einen längeren Zeitraum und Skepsis vieler Verbraucher gegenüber stark verarbeiteten Fleischalternativen.
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An der Börse sorgt der Schritt bislang jedoch kaum für Impulse. Anleger gewichten die unmittelbaren Liquiditäts- und Verschuldungsthemen klar höher als die langfristige Markenstrategie.
Kurs unter 1 Dollar und Reverse-Split-Risiko
Am Mittwochmorgen notiert die Aktie im vorbörslichen Handel bei rund 0,97 US‑Dollar und bleibt damit im klassischen Penny-Stock-Bereich. Auf Zwölfmonatssicht hat der Titel etwa 77 % an Wert verloren, eine nachhaltige Gegenbewegung ist bisher ausgeblieben.
Das anhaltende Niveau unter 1 US‑Dollar rückt die Anforderungen der Nasdaq in den Fokus. Die Aktionäre haben kürzlich einer Erhöhung der genehmigten Aktienzahl von 500 Mio. auf 3 Mrd. Stück zugestimmt – einschließlich einer Reverse-Split-Ermächtigung.
Damit besitzt der Verwaltungsrat die Flexibilität, die Zahl der ausstehenden Aktien zu konsolidieren, um den Kurs technisch über die 1‑Dollar-Schwelle zu heben und die Börsennotiz zu sichern. Gleichzeitig verstärkt die massiv ausgeweitete Anzahl genehmigter Aktien die Sorge vor weiterer Verwässerung für bestehende Anteilseigner.
Ausblick: Drei zentrale Baustellen
Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie Beyond Meat seine Liquidität steuert und mit den rechtlichen Risiken umgeht. Im Mittelpunkt stehen derzeit:
- Nasdaq-Compliance: Zeitpunkt und Umfang eines möglichen Reverse Splits, um den Kurs wieder über 1 US‑Dollar zu bringen.
- Rechtsstreit: Der Umgang mit dem Urteil über 38,9 Mio. US‑Dollar – insbesondere etwaige Berufungen oder Versuche, die Zahlung zu reduzieren oder aufzuschieben.
- Klagen von Anlegerseite: Neue Untersuchungen von Kanzleien für Aktionärsrechte zu möglichen Verstößen gegen Wertpapiergesetze im Zusammenhang mit früheren Wertminderungen.
Zusammengenommen zeigen die hohe Schuldenlast, die zusätzliche Besicherung von Tochtergesellschaften und die hohe Einmalbelastung aus dem Markenrechtsverfahren, wie eng der Spielraum für den laufenden Restrukturierungskurs derzeit geworden ist.
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