Die Probleme für den Fleischersatz-Hersteller reißen nicht ab. Nachdem der Aktienkurs bereits unter die kritische Ein-Dollar-Marke gefallen ist, sieht sich das Unternehmen nun einer Sammelklage gegenüber. Im Kern geht es um den Vorwurf, Anleger monatelang über den wahren Wert der Vermögenswerte und drohende Abschreibungen im Unklaren gelassen zu haben.
Die Vorwürfe im Detail
Die Kanzlei Pomerantz LLP reichte am Freitag Klage beim US-Bezirksgericht in Kalifornien ein. Sie vertritt Investoren, die zwischen Februar und November 2025 Wertpapiere von Beyond Meat erworben haben. Die Anklageschrift wirft dem Management vor, irreführende Angaben zur Geschäftslage gemacht zu haben.
Konkret wird behauptet, dass der Buchwert bestimmter langlebiger Vermögenswerte den tatsächlichen beizulegenden Zeitwert deutlich überstieg. Laut Klage war eine Wertberichtigung hochwahrscheinlich, wurde aber vom Management nicht rechtzeitig kommuniziert. Dies betrifft insbesondere Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen.
Chronologie des Kursverfalls
Die Klage stützt sich auf eine Serie von Hiobsbotschaften im Herbst 2025, die den Aktienkurs massiv belasteten und nun als Beweis für die verschleppte Kommunikation dienen:
- 24. Oktober 2025: Eine Pflichtmitteilung über erwartete Abschreibungen ließ die Aktie um über 23 Prozent einbrechen.
- 3. November 2025: Die Verschiebung der Quartalszahlen drückte den Kurs um weitere 16 Prozent.
- 10. & 11. November 2025: Die Veröffentlichung der tatsächlichen Abschreibungshöhe von 77,4 Millionen US-Dollar und weitere Details des CFO sorgten für erneute Abverkäufe.
Insgesamt hat das Papier in den letzten zwölf Monaten rund 77 Prozent an Wert verloren und schloss am Donnerstag bei lediglich 0,92 US-Dollar.
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Finanzielle Schieflage
Die operative Lage bleibt angespannt. Im dritten Quartal 2025 verzeichnete Beyond Meat einen Umsatzrückgang von 13,3 Prozent auf 70,2 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 110 Millionen US-Dollar.
Um die Liquidität zu sichern, restrukturierte das Unternehmen kürzlich seine Schulden. Wandelanleihen mit 0 Prozent Zinsen wurden gegen neue Papiere mit 7 Prozent Verzinsung und Laufzeit bis 2030 getauscht. Das Management erkauft sich damit Zeit, zahlt jedoch künftig deutlich höhere Zinsen. Analysten bleiben skeptisch: Das Haus Mizuho bestätigt sein „Underperform“-Rating mit einem Kursziel von lediglich 1,00 US-Dollar.
Für betroffene Investoren läuft die Frist zur Registrierung als Hauptkläger bis zum 24. März 2026. Während das Management an dem Ziel festhält, bis Ende des Jahres ein positives operatives Ergebnis (EBITDA) zu erreichen, erschweren die sinkenden Umsätze und die neue juristische Front diesen Turnaround erheblich.
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