Der Engineering-Dienstleister Bertrandt steckt tief in der Krise. Die Aktie fällt am Montag um weitere 3,6 Prozent auf 9,22 Euro. Erst vor drei Tagen markierte das Papier mit 9,04 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat der Kurs mehr als die Hälfte seines Werts verloren — ein Minus von 52 Prozent.
Die Zahlen zeichnen ein düsteres Bild. Vom 52-Wochen-Hoch bei 22 Euro trennen Bertrandt knapp 60 Prozent. Der Kurs liegt 45 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Und der RSI von 31 signalisiert: Die Aktie ist technisch überverkauft.
Die Auto-Krise trifft hart
Bertrandt lebt von der Forschung und Entwicklung für die Autoindustrie. Genau dieser Sektor schwächelt. Zwar stieg der Auftragsbestand zuletzt. Doch die erhofften höheren Kundenabrufe blieben aus. Die Folge: Unterauslastung, sinkende Margen, fallender Kurs.
Gegensteuern soll das Programm „Fit for Future“. Es zielt auf operative Stabilisierung und Kostensenkung. Ob das reicht, ist offen.
Weg vom Auto — hin zur Rüstung
Das Management setzt auf Diversifikation. Bis 2027 sollen 25 Prozent der Umsätze außerhalb der Autoindustrie erzielt werden. Ein Schwerpunkt: Aerospace und Defense. Auf der ILA Berlin war Bertrandt Aerospace bereits präsent. In dieser Woche folgt der Automobil Elektronik Kongress — die Kernbranche bleibt vorerst die wichtigste Bühne.
Der nächste Termin mit Sprengkraft: die Quartalsmitteilung im August. Dann zeigt sich, ob die Kosten gespart und die Aufträge endlich abgerufen werden. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball der Autokonjunktur.
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