Warren Buffett war für Berkshire Hathaway mehr als sechs Jahrzehnte lang die zentrale Figur. An diesem Freitag gab das Unternehmen einen weiteren Schritt im Rückzug des 96-Jährigen bekannt: Buffett legt nun auch den Vorsitz des Verwaltungsrats nieder.
Nachfolger wird sein Sohn Howard G. Buffett, 71 Jahre alt. Warren Buffett selbst bleibt dem Gremium als „Ehrenvorsitzender“ erhalten — ein symbolischer Posten ohne operative Macht, aber mit Signalwirkung für Aktionäre, die jahrzehntelang auf seinen Namen vertraut haben.
Der Rückzug in Etappen
Der Schritt kommt nicht überraschend. Bereits zum Jahreswechsel hatte sich Buffett aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen. Die Konzernführung liegt seither bei Greg Abel, der zuvor jahrelang zentrale Unternehmensbereiche verantwortete und als dessen designierter Nachfolger galt.
Mit der Übergabe des Verwaltungsratsvorsitzes an Howard Buffett schließt sich nun auch auf der Kontrollebene der Kreis. Während Abel operativ das Sagen hat, übernimmt mit Howard Buffett ein Mitglied der Buffett-Familie die Aufsicht über den Konzern — ein Arrangement, das die Kontinuität der Unternehmenskultur sichern soll, ohne dass ein Familienmitglied ins Tagesgeschäft eingreift.
Buffett hatte Berkshire seit den 1960er-Jahren von einer kleinen Textilfirma zu einem der größten Investmentkonglomerate der Welt aufgebaut, mit Beteiligungen an Versicherungen, Energieversorgern, einer großen US-Eisenbahngesellschaft sowie langfristigen Aktienpositionen in Unternehmen wie Coca-Cola, American Express und Apple.
An der NYSE reagierte die Aktie auf die Nachricht nahezu unbewegt, zeitweise notierte sie leicht im Minus bei 508,65 US-Dollar. Der Markt hatte den Rückzug aus der operativen Führung bereits vorweggenommen — die Personalie an der Verwaltungsratsspitze gilt als letzter formaler Baustein eines seit Monaten angekündigten Übergangs.
Für Berkshire-Aktionäre endet damit eine Ära, die eng mit dem Namen Buffett verknüpft war. Die eigentliche Machtverschiebung ins operative Geschäft war bereits vollzogen — mit dem heutigen Schritt ist auch die Kontrollstruktur an der Spitze neu geordnet.
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