UBS setzt bei Berkshire Hathaway die Bewertungsmarke höher, erwartet aber keinen kräftigen Gewinnsprung. Analyst Brian Meredith bestätigte gestern seine Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel für die B-Aktie von 604 auf 628 US-Dollar. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie viel Ergebniswachstum die optimistischere Bewertung trägt.
Höheres Ziel bei moderatem Wachstum
Für das dritte Quartal 2026 rechnet UBS mit einem moderaten Ergebniswachstum. Die höhere Zielmarke geht somit nicht mit der Erwartung eines starken Gewinnschubs einher. Eine detaillierte Begründung für die Anhebung lässt sich daraus allein nicht ableiten.
Auch für die A-Aktie bestätigte Meredith seine Kaufempfehlung und setzte das Kursziel herauf. Die positive Einschätzung beschränkt sich damit nicht auf eine Aktiengattung. Für die Bewertung der operativen Entwicklung ist allerdings entscheidend, welche Ergebnisgröße Anleger betrachten.
Die breiteren Markterwartungen zeichnen nämlich kein durchgehend positives Bild: Für das kommende Quartal wird ein Gewinn je B-Aktie von 5,91 US-Dollar erwartet. Das entspräche einem Rückgang um 5,59 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Dieser erwartete Rückgang steht neben der UBS-Aussage zum moderaten Ergebniswachstum. Beide Einschätzungen sollten Anleger getrennt betrachten: Die knappe UBS-Prognose nennt keine Ergebnisgröße, die einen unmittelbaren Vergleich mit der Gewinnschätzung je Aktie erlauben würde.
Umsatzwachstum trifft auf Bewertungsaufschlag
Beim Quartalsumsatz liegen die Erwartungen bei 97,3 Milliarden US-Dollar. Das wäre ein Zuwachs von 2,45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit deutet die Erwartungslage auf steigende Erlöse hin, nicht aber auf eine entsprechend bessere Entwicklung beim Gewinn je Aktie. Für Anleger reicht Umsatzwachstum allein deshalb nicht als Beleg für eine stärkere Ertragsentwicklung.
Zugleich wird Berkshire mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,69 bewertet. Der genannte Branchenvergleich liegt bei 11,49. Die Aktie trägt damit einen deutlichen Bewertungsaufschlag.
Eine Kaufempfehlung ist vor diesem Hintergrund nicht mit einer niedrigen Bewertung gleichzusetzen. Das höhere UBS-Kursziel signalisiert eine positive Einschätzung des Hauses. Der Branchenvergleich mahnt zugleich dazu, die Erwartungen an das Unternehmen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Quartalsbericht als nächster Prüfpunkt
Die Zahlen für das dritte Quartal 2026 werden voraussichtlich am 02.11. erwartet. Sie können zeigen, wie sich Umsatz und Ergebnis tatsächlich entwickelt haben.
Bis dahin stehen eine bestätigte Kaufempfehlung und ein höheres Kursziel einer anspruchsvollen Bewertung gegenüber. Entscheidend ist deshalb weniger die Zielanhebung für sich genommen als die Frage, ob Berkshires Geschäftsentwicklung den Bewertungsaufschlag rechtfertigt.
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