Warren Buffett feiert heute seinen 96. Geburtstag – und begeht ihn erstmals nicht mehr als operativer Chef von Berkshire Hathaway. Seit dem 1. Januar führt Greg Abel als CEO die Geschäfte, Buffett bleibt Chairman. Der Jahrestag fällt in eine Phase, in der Anleger genau beobachten, wie stark Abels Handschrift das Portfolio bereits prägt.
Die Bilanz der Ära Buffett bleibt beeindruckend: Seit 1964 legte die Berkshire-Aktie um rund 6.100.000 Prozent zu, der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf etwa 46.000 Prozent.
Ende 2024 überschritt der Marktwert des Konzerns erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar. Buffett hat zudem angekündigt, bis Ende 2034 rund 140 Milliarden US-Dollar seines Berkshire-Anteils zu spenden – ein Vermächtnis, das über die reine Kursentwicklung hinausreicht.
Abel setzt eigene Akzente
Dass der Führungswechsel keine bloße Formsache ist, zeigt sich am Umgang mit der Alphabet-Position. Berkshire hatte den Anteil im zweiten Quartal um rund 48 Millionen Aktien im Wert von etwa 16,3 Milliarden US-Dollar aufgestockt, Alphabet ist mittlerweile mit rund 38 Milliarden US-Dollar die drittgrößte Beteiligung hinter Apple und American Express. Getragen wird das Engagement auch vom starken Cloud-Geschäft des Konzerns, dessen Umsatz zuletzt um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar sprang.
Abel selbst sorgte parallel für eine persönliche Nachricht abseits der Bilanzen: Bei einem Baseballspiel der Iowa Cubs wurde er in diesem Jahr offiziell US-Bürger, im Rahmen einer Zeremonie mit Teilnehmern aus 16 Ländern. Sein geschätztes Nettovermögen liegt bei rund einer Milliarde US-Dollar. Spekuliert wird zudem über eine mögliche Aufnahme von Berkshire in den Dow-Jones-Index.
Langfristige Positionen als Stabilitätsanker
Während die Debatte um KI-Bewertungen und milliardenschwere Investitionsprogramme der Tech-Konzerne die Märkte insgesamt beunruhigt, gelten einige der ältesten Berkshire-Beteiligungen weiterhin als defensive Anker.
Die Coca-Cola-Position hält Berkshire seit 38 Jahren, verbunden mit einer Dividendenserie von 64 Jahren und einem niedrigen Beta von 0,34. American Express ist seit 1991 im Portfolio, Chevron seit Ende 2020 – letztere Position legte seither um 140 Prozent zu und wirft eine Dividendenrendite von 3,49 Prozent ab.
Diese Ausrichtung auf robuste, langjährig gehaltene Werte gilt vielen Beobachtern als Blaupause dafür, wie Abel das Erbe seines Vorgängers fortführen könnte.
Kursbild bleibt gedämpft
An der Börse spiegelt sich die Personalie bislang verhalten. Zum Wochenschluss stand die Aktie bei 654.000,00 Euro, nach einem Plus von 0,9 Prozent am Freitag und einem Zugewinn von 2,7 Prozent auf Sicht von sieben Tagen. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 2,0 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 686.000,00 Euro aus dem August fehlen noch 4,7 Prozent.
Der RSI von 49,9 signalisiert eine neutrale Marktstimmung – ein Bild, das zur aktuellen Übergangsphase passt: Anleger warten offenbar ab, wie sich Abels Strategie über den Alphabet-Ausbau hinaus weiter konkretisiert, während Buffetts Lebenswerk als Referenzpunkt bestehen bleibt.
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